Angedacht
Wat nu?
Wat nu?" würde ein befreundeter Kollege sagen. Die Aktionen am 1. Mai gegen rechtes Gedankengut in Neumünster waren ein Erfolg.
"Wat nu?", macht deutlich: Damit ist es nicht genug! Ein Tag mit einem bunten Fest für die Vielfalt in unserer Stadt kann nur ein erneuter Start sein. In all den Vorbereitungen, in den fröhlichen Festen, in allen Begegnungen und Gesprächen wurde deutlich: wir sind viele, so verschieden und unterschiedlich wir auch sind.
Linke, Konservative, sportliche, politische, kirchliche, gewerkschaftliche, islamische und andere Grundhaltungen prägen ganz verschiedenen unseren Alltag. Wir sind jung, alt, Single, mit Familien, arm, reich, mal fröhlich, mal traurig, ...
Aber seit dem 1. Mai wissen wir vielleicht intensiver als zuvor, das geht gut zusammen! Daraus lasst uns was machen! Über den Tag des 1. Mai hinaus.
Das menschenfeindliche und lebensverachtende Gedankengut der Nazis hört nämlich nicht einfach auf. Dieses Gift ist schleichend. Es fordert meine Aufmerksamkeit, schon in kleinsten Feinheiten der Wortwahl, ein aufmerksames Erkennen der Zeichen und Signale und ein Reagieren, nicht stumm wegschauen, sondern ein deutliches, lautes Einschreiten. Es fordert mich Grenzen zu setzen.
Der Apostel Paulus, ein ehemaliger Intensivtäter, ein Christenverfolger, wird zum bekennenden Anhänger Christus. Dieses alte Beispiel und viele andere, wie zum Beispiel die der Mitglieder von Exit, des Vereins zum Ausstieg für Nazis, zeigen, dass Wandel, Veränderung, christlich gesprochen Umkehr möglich ist. Dieser Apostel Paulus fordert uns auf: Deshalb, meine Kinder, lasst uns einander lieben: nicht mit leeren Worten, sondern mit tatkräftiger Liebe und in aller Aufrichtigkeit. (1.Joh.3,18).
Tatkräftige Liebe, das bedeutet, stetiges aktives Handeln. Die Ideen sind bereits heute vielfältig: Elternabend zur Aufklärung um rechte Zeichen und Musik, Ausstellungen zu Verbrechen der Nazis, Begegnungen von KonfirmandInnen und KoranschülerInnen, ... aber entscheidender ist, das jede, jeder jeden Tag sofort auf Parolen, Aufkleber und Aktionen reagiert. Mutig und eindeutig Grenzen setzt und gleichzeitig zu einem neuen Leben in bunter Vielfalt einlädt.
Und wenn es not tut, sind wir wieder auf den Straßen, den Plätzen unserer Stadt, heute, morgen und jeden weiteren Tag.
Diakonin Silke Leng
Ökumenische Arbeitsstelle des Kirchenkreises Altholstein
Beim Gründungsfest der Nordkirche präsentiert sich Altholstein auf der Festmeile. Fahren Sie mit dem Bus klimafreundlich nach Ratzeburg.
Im November tritt zum ersten Mal die Synode der neuen Nordkirche zusammen. Seien Sie als Vertreter Altholsteins mit dabei!

