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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Angedacht

Sind Blätter eigentlich traurig, wenn Sie vom Baum fallen?

Eine Kinderfrage - keine Frage! Natürlich können Blätter nicht traurig sein, wissen wir. Und doch überkommt nicht wenige erwachsen-abgeklärte Menschen eine seltsame Melancholie, wenn der Herbstwind die Blätter von den Bäumen treibt, wenn die Schritte beim Spazierengehen durchs Laub rascheln, wenn wir den Rasen harken müssen!

Blatt für Blatt, bloß weg damit. Der schöne Rasen soll im nächsten Sommer wieder grünen. An den Straßenrändern stehen bald große Säcke voll Laub. Traurige Säcke? Säcke voll trauriger Blätter? Könnte schon sein, denke ich, wenn ich den kindlichen Gedanken einmal zulasse.

Vielleicht macht es aber auch dem einen oder anderen Blatt Spaß vom Wind durch die Luft gewirbelt zu werden. Vielleicht denkt das eine oder andere Blatt bei seiner luftigen Reise an die zurückliegende Zeit. An frisches Grün im Mai, an die Sonne, die auch in diesen Sommer manchmal schien. An die Menschen, die unter dem Blatt spazieren gingen, eingehakt einander wichtige Dinge erzählten.

Blätter, die durch die Luft wirbeln - ob traurig oder nicht - erinnern uns an die Vergänglichkeit der Dinge und eben auch konkret an das Vergangene. Und das würde nicht melancholisch machen, wenn diese Zeit nicht auch schön gewesen wäre. Mit jedem Blatt werden wir erinnert an Grillabende, Sommerferien, Ausschlafen, Freizeit, was immer für Sie zum Sommer dazugehört.

Ein Lied kommt mir in den Sinn, die Melodie kann hier nicht abgedruckt werden, erfinden Sie selbst eine! Der Text ist denkbar einfach und geht so: "Dankbar sein, dankbar sein für alles, dankbar sein für alle Dinge, dankbar sein!"

Dankbar sein mit jedem fallenden Blatt, für das, was in diesem Sommer gut war. Probieren Sie es mal selbst aus, soll ja auch gesund sein.