SCHLIESSEN

Suche

Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Angedacht

Diakonin Constanze Oetting

Frühjahrsputz

Langsam werden die Tage länger und es wird heller. Diese Rückkehr des Lichtes lässt aber auch den Schmutz besser erkennen. Es wird also Zeit für einen ordentlichen Frühjahrsputz.

Es ist wie ein Ritual: Aller Staub und Schmutz, der sich über den Winter angesammelt hat, wird nun beseitigt. Das ist nicht nur eine selbst auferlegte Pflicht, sondern durchaus gut für das Lebensgefühl. Aber letztlich ist es nur eine äußerliche Sache. Mit Aktionismus kann man sich hervorragend vom Wesentlichen ablenken.

Ich frage mich, wie es in uns aussieht. Haben wir nicht auch einmal innerlich einen Frühjahrsputz nötig, einen Frühjahrsputz für unsere Seele? Da sammelt sich mitunter auch Schmutz, Müll und altes Gerümpel an. Was wir alles so mit uns herumtragen an Sorgen und Ängsten, an Unmut, Aggression und Zweifeln. Stress und Druck hinterlassen auch Schmutzecken in der Seele.

Da sollten wir auch einmal Groß-Reinemachen! Aber wie? Im Umgang mit uns selbst und unserer Seele sind wir Menschen mitunter recht unbeholfen. Das liegt an mangelnder Übung, kann jedoch erlernt werden.

Eigentlich sollte es einleuchten: Die saubere, frische äußerliche Umgebung hat nichts mit einer innerlichen Erneuerung zu tun. Damit werden wir noch nicht zu neuen Menschen. Aber es kann dabei helfen. Ab und zu innehalten, sich fragen, lebe ich gerade oder werde ich gelebt, funktioniere ich vielleicht gerade noch so? Was will ich eigentlich, was brauche ich? Nur wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, kann ich auch für andere da sein.

Mit diesem Innehalten finde ich innerlich Halt. So kann ich mich neu orientieren und neu beginnen, immer wieder. Der äußerliche Frühjahrsputz ersetzt nicht den inneren, auch wenn sich beide beeinflussen. Der Innere ist viel schwieriger. Da reicht es eben nicht, nur mit dem Schwamm drüber zu gehen.

Ich wünsche Mut und Vertrauen für den inneren Frühjahrsputz.