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Kirchenkreis Altholstein

Abschied im Vertrauen auf Gott

25.05.2021 | Klatsch, klatsch, klatsch! Dreimal in die Hände schlagen die zweihundert Gäste beim Gottesdienst zur Verabschiedung von Propst Kurt Riecke.

Gothart Magaard (links), Kurt Riecke
Feierlicher Abschluss von elf Jahren als Propst in Bad Bramstedt: Kurt Riecke (rechts) überreicht Bischof Gothart Magaard sein Amtskreuz.

Er ist Pfingstmontag auf der Pfarrwiese in Bad Bramstedt von seinem Amt im Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein entpflichtet worden und in den Ruhestand gegangen.

Dieses Klatschen hat Kurt Riecke aus Papua-Neuguinea mitgebracht. Auf dieser Insel im Südpazifik hat er in den 80er Jahren als Pastor gearbeitet: "Und dort ist es Brauch, dass alle im Gottesdienst zum Dank an Gott drei Mal in die Hände klatschen", erklärt er seinen Gästen. Sie sind aus ganz Schleswig-Holstein angereist, darunter Mitglieder seiner ehemaligen Gemeinde im nordfriesischen Ostenfeld genauso wie persönliche Freunde aus Kindertagen.

Wir geben dich nun frei

Beim Gottesdienst erleben sie mit, wie Kurt Riecke dem Bischof der Nordkirche Gothart Magaard feierlich sein Amtskreuz überreicht, welches er elf Jahre getragen hat. "Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für dich eine neue Lebensphase. Wir geben dich nun frei von allen dienstlichen Verpflichtungen als Propst", spricht Magaard. Dann erhebt er die Hände zum Segen über das Ehepaar Kurt und Marianne Riecke.

Ein Brise Wehmut liegt in der Luft an diesem sonnigen Nachmittag. Zum letzten Mal tritt Riecke ans Pult und predigt - mit nur wenigen Stichworten, ganz seinen Zuhörerinnen und Zuhörern zugewandt. Er fordert alle auf, Schluss mit den gegenseitigen Vergleichen zu machen. "Keiner von uns muss alles, keiner von uns kann alles. Ihr seid alle wichtig, wir brauchen einander", schärft Riecke ihnen ein. Auf der anderen Seite führe es zu nichts, wenn man sich zu sehr mit sich selbst beschäftige. "Gott will, dass wir unsere Liebe weitergeben und die Welt mit den Augen der Anderen sehen. Selbst wenn uns die mal auf die Nerven gehen, sollten wir im Blick haben, was sie brauchen." Schließlich sehe auch Gott jeden mit liebevollen Augen an. Riecke bittet: "Lernen wir, ihm zu vertrauen, um so zu wissen: Ich bin durch ihn gehalten in meinem Leben."

Gott sieht jeden mit liebevollen Augen an

Bevor Riecke sich aber endgültig in den Ruhestand begeben darf, wollen unzählige Wegbegleiter ihn und seine Arbeit noch einmal in Grußworten würdigen. Darunter sind seine beiden Amtskollegen Almut Witt und Stefan Block, die in Zukunft seine bisherigen Aufgaben unter sich aufteilen werden, und sich für die großartige Teamarbeit bedanken. Ina Koppelin, ehemalige Präses der Synode, spricht gemeinsam mit dem aktuellen Vorsitzenden des Kirchenkreisparlaments Michael Rapp. Für die Kommune ist Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt gekommen. Ihr schließen sich Vertreter der Pastoren an, leitende Mitarbeitende des Kirchenkreises und der Domkapitular Bertold Bonekamp.

Kurzweilig bleibt der zweistündige Gottesdienst auch Dank der Musik von Kantor Ulf Lauenroth (E-Piano), Volker Brüchmann (Gitarre), Christoph Lauff (Klarinette) und Heiko Kremers am Flügelhorn. Dieser dirigierte schon zur Ankunft der Gäste den Bad Bramstedter Posaunenchor.

Danke an Silke Bauer

Ein Abschied markiert dieser Gottesdienst auch für Silke Bauer. Von Anfang an war sie die gute Seele und Organisatorin im Sekretariat von Propst Riecke. Mit Blumen bedankt sich Pröpstin Almut Witt für ihren Einsatz. Silke Bauer wechselt innerhalb des Kirchenkreises nach Neumünster.

Weil die Wettervorhersage für diesen Freiluft-Gottesdienst alles andere als trocken ausgesehen hatte, hat Kurt Riecke jedem Besucher und jeder Besucherin bei der Ankunft noch einen blauen Stockschirm geschenkt. "Regen mit Segen" steht darauf gedruckt. Doch erst als der letzte Gast die Pfarrwiese verlassen hat, fallen noch ein paar Tropfen.