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Kirchenkreis Altholstein

Abschied vom Traumjob

16.08.2020 | Krankenhausseelsorgerin Margit Vesper-Grewe geht in den Ruhestand. Elf Jahre lang hat die Pastorin und Pastoralpsychologin Patienten, Angehörige und Mitarbeitende des Städtischen Krankenhauses Kiel begleitet. Am Sonntag (16.08.) wurde sie in der Paul-Gerhardt-Kirche im Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf von Propst Kurt Riecke aus dem Dienst verabschiedet.

Propst Kurt Riecke entpflichtet Pastorin Margit Vesper-Grewe
Propst Kurt Riecke entpflichtet Pastorin Margit Vesper-Grewe

"Insgeheim habe ich schon viel früher gedacht: Das möchte ich gerne machen, wenn die Stelle mal frei wird", erzählt Pastorin Margit Vesper-Grewe. Krankenhausseelsorgerin, das bedeutet für sie an der Seite von Menschen zu sein, in schweren wie schönen Momenten, an den Grenzlinien von Leben, Sterben, Krankheit und Genesung.

Elf Jahren hat sie für den Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein als Seelsorgerin im Städtischen Krankenhaus Kiel gearbeitet, die letzten davon gemeinsam mit Pastorin Ulrike Schilling. "Hier war ich mit meinen Fähigkeiten am richtigen Platz und fühlte mich und unsere Arbeit immer wertgeschätzt", blickt sie zurück. "Auch von Menschen, die der Kirche nicht nahestehen."

Vesper-Grewe dankte bei ihrer Verabschiedung am Sonntag in der Paul-Gerhardt-Kirche ihren Mitstreitern und Weggefährten. Bereits vorher hatte Sie an Kollegen im Krankenhaus einen Brief geschrieben: "Eine erfüllende, wunderbare Aufgabe und eine richtig gute Zeit war das!"

Propst Kurt Riecke vom Kirchenkreis entpflichtete die Pastorin und sagte: "Wir sind dankbar für das, was du ins Leben gebracht hast." Auch Prof. Dr. Roland Repp, Chefarzt der Onkologie im Städtischen Krankenhaus Kiel und außerdem Vorsitzender des Verbands für Hospiz-Palliativmedizin SH, bedankte sich bei der Feier und bescheinigte der Seelsorgerin in ihrer Arbeit ein hohes Maß an Haltung, Empathie und Engagement.

Margit Vesper-Grewe ist in Lübbecke (Westfalen) geboren und studierte Theologie in Kiel und Hamburg. Seit 36 Jahren ist sie Pastorin, davon 20 Jahre Gemeindepastorin in der Kieler Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in Neumühlen-Dietrichsdorf. Darüber hinaus hat sie als Ausbilderin Nachwuchspastores betreut und später im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde in der Personal- und Organisationsentwicklung die Fusion mitgestaltet.

Jetzt geht ihr Arbeitsleben zu Ende und Vesper-Grewe freut sich auf mehr Zeit für Freunde, Reisen und Familie, vor allem für die kleine Enkeltochter. Auch kann sie sich vorstellen, sich mehr politisch zu engagieren. "Ich fände es aber auch ok, mich einfach mal zu langweilen", lacht die Pastorin, die mit ihrem Mann in Molfsee wohnt.

Alles andere als langweilig sind die letzten Monate ihrer Karriere gewesen. Corona und seine Folgen sorgen bei Patienten wie Mitarbeitenden seit März für Belastungen an der Schmerzgrenze. Viele Menschen im Krankenhaus brauchten Zuspruch, auch wenn eine Pastorin Familienbesuche natürlich nicht ersetzen kann. "Diese Zeit zeigt noch mal, wie wichtig Krankenhausseelsorge ist", betont Margit Vesper-Grewe, "auch wenn es eine Arbeit im Stillen ist."