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Aus Kirche wird Kita

09.09.2019 | Die Claus-Harms-Kirche im Kieler Stadtteil Hammer soll in eine Kindertagesstätte umgewandelt werden. Bischof Gothart Magaard entwidmet das Gebäude in einem Gottesdienst am Sonntag, 22. September, um 11 Uhr.

Stefan Block, Charlotte Hartwig, Harald Kuznik (v. l.)
Vor der Claus-Harms-Kirche in Hammer: Stefan Block, Charlotte Hartwig, Harald Kuznik (v. l.)

"Ich habe diese Kirche immer sehr gemocht", sagt Pastorin Charlotte Hartwig. Doch so leid ihr die Entscheidung das Gotteshaus zu schließen auch tue und so sehr sie die Trauer so mancher im Stadtteil darüber verstehe: "Der Kirchengemeinderat hat sich diesen Schritt wirklich nicht leicht gemacht."

Drei Kirchen für rund 5000 Gemeindeglieder

Hintergrund: Die Ev.-Luth. Claus-Harms-Kirchengemeinde hat bisher drei Kirchen. Da ist zum einen die Erlöserkirche im Kieler Stadtteil Hasseldieksdamm, zum anderen die Bauernhauskirche St. Gabriel in Russee und dann eben noch die Claus-Harms-Kirche in Hammer. "Bei knapp 5000 Gemeindemitgliedern sind wir kirchenmäßig überbesetzt", fasst Harald Kuznik, Mitglied des Kirchengemeinderates, die Situation zusammen. In einem umfangreichen Gebäudestrukturprozess habe man intensiv alle Gebäude auf den Kopf gestellt. Wie stark werden sie genutzt und wofür? Was ist für die Zukunft zu erwarten, wenn die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt? "Wir wollen proaktiv handeln, wir wollen jetzt gestalten und nicht erst, wenn die finanziellen Spielräume enger werden", erklärt Kuznik. Darüber hinaus spielt der Klimaschutz eine Rolle - also nur so viel Raum vorzuhalten, wie auch benötigt - sowie die Kosten für den Unterhalt der Gebäude.

Gemeinde bleibt vor Ort

Dass es in Hammer keine Kirche mehr geben wird, bedeutet nicht, dass sich die Kirchengemeinde aus dem Stadtteil zurückzieht. "Ganz im Gegenteil. Wir möchten das hier gewachsene Gemeindeleben an unseren anderen Standorten weiterführen", bekräftigt Pastorin Hartwig. Egal ob Geburtstagsbesuche, Seelsorge oder die Zusammenarbeit mit den Vereinen, vor Ort bleibe alles wie gehabt. Über die Kindertagesstätte möchte die Pastorin engen Kontakt zu den Familien und den Mitarbeitenden pflegen. "Und wir laden natürlich weiterhin zur Familienkirche ein!"

Bereits heute beherbergt das Gemeindezentrum in Hammer neben der Claus-Harms-Kirche auch zwei Gruppen der Ev. Kindertagesstätte "Die kleinen Kirchenmäuse". Die Nachfrage nach Kita-Plätzen in Hammer wächst, weshalb nun dort zwei weitere Gruppen eingerichtet werden sollen.

Standorte verschlanken

Stefan Block, Propst des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein und zuständig für die Claus-Harms-Kirchengemeinde, sieht im Umbau zur Kindertagesstätte eine gelungene Lösung - nicht zuletzt, weil die Räume so weiterhin kirchlich genutzt werden. "Wir haben alle unsere Gemeinden aufgefordert, ihren Gebäudebestand kritisch in den Blick zu nehmen und wo es sinnvoll ist, ihre Standorte zu verschlanken", erklärt Block. Dieser Gebäudestrukturprozess sei längst noch nicht abgeschlossen. Zugleich betont der leitende Geistliche: "In diesem Zusammenhang kann ich nicht ausschließen, dass in Zukunft weitere Gebäude eine neue Nutzung erhalten. Jedoch ist aktuell im Kirchenkreis Altholstein nichts dergleichen geplant."

Kirche in Hammer

Die erste Kirche im Stadtteil Hammer war ein Barackenbau, der am 29. Oktober 1950 eingeweiht wurde. Er wurde im Jahr 1984 durch die heutige Claus-Harms-Kirche ersetzt.

Die Ev.-Luth. Claus-Harms-Kirchengemeinde zählt aktuell 4786 Mitglieder und umfasst die Kieler Stadtteile Hasseldieksdamm, Russee und Hammer.