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Kirchenkreis Altholstein

Bad Bramstedt künftig ohne Propst

15.04.2021 | Vom 1. Juni an wird es in Bad Bramstedt keinen Propst des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein mehr geben. Darüber haben Propst Kurt Riecke und Susanne Wölffel die Öffentlichkeit bei einem Pressegespräch informiert.

Susanne Wölffel, Kurt Riecke
Kein örtlicher Propst mehr an der Marie-Magdalenen-Kirche: Susanne Wölffel und Kurt Riecke

Deutliches Signal

Als eine "notwendige Entscheidung" bezeichnet Wölffel dabei die Streichung der sogenannten dritten pröpstlichen Pfarrstelle in Bad Bramstedt. Wölffel ist stellvertretende Vorsitzende des Altholsteiner Kirchenkreisrates und hatte gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe alle Optionen sorgfältig geprüft. "Wir können in den kommenden Jahren nicht mehr alle Pfarrstellen in den Kirchengemeinden besetzen", erläutert die Ehrenamtliche. Das liege daran, dass mehr Pastorinnen und Pastoren in den Ruhestand gingen, als junge Leute Theologie studierten. "Mit der Streichung der dritten pröpstlichen Pfarrstelle senden wir ein deutliches Signal, dass wir dem auch auf der Ebene des Kirchenkreises Rechnung tragen."

Eine Frage des Zeitpunktes

Ab Mitte des Jahres teilen sich nun die Kieler Pröpstin Almut Witt und ihr Amtskollege Stefan Block in Neumünster die geistliche Leitung des Kirchenkreises Altholstein. "Letztlich ist es weniger eine Frage, ob man die Stelle streicht als viel mehr eine Frage des Zeitpunktes", ergänzt Propst Kurt Riecke. Er geht am 31. Mai mit 65 Jahren in den Ruhestand. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2009 habe es gute Gründe geben, in Bad Bramstedt einen Propst neu zu installieren. "Zu der Zeit gehörten mehr als 230.000 Menschen unserer Kirche in Altholstein an, heute sind es mit 195.000 deutlich weniger", erklärt der Theologe.

In den zurückliegenden Jahren hat sich Riecke schwerpunktmäßig um die Kirchengemeinden im Süden des Kreises Segeberg gekümmert, von Henstedt-Ulzburg über Kaltenkirchen bis nach Boostedt. Er begleitete zusätzlich die übergemeindlichen Pastorinnen und Pastoren etwa an Schulen oder in Krankenhäusern. Genauso war er als Seelsorger für die Mitarbeitenden der Diakonie Altholstein und des Zentrums kirchlicher Dienste da.

"Es gibt eine Rechtsverordnung der Nordkirche, wie viele pröpstliche Personen man in einem Kirchenkreis braucht. Da geht es unter anderem um die Zahl der Gemeinden und der Kirchenmitglieder", erläutert Riecke. Bei seinem Dienstbeginn ging man demzufolge von drei Pröpsten aus. "Im Jahr 2030 kommen wir voraussichtlich mit nur noch zwei pröpstlichen Pfarrstellen aus."

Entscheidung zu Gunsten Neumünsters

"Wir haben natürlich auch geprüft, die Stelle einer Pröpstin oder eines Propsten in Bad Bramstedt neu auszuschreiben", betont Susanne Wölffel. "Das birgt aber die Gefahr, dass wir ab 2024 auf die pröpstliche Pfarrstelle in Neumünster verzichten müssten." Dann nämlich geht der dortige Amtsinhaber Stefan Block zum 31. Oktober in den Ruhestand. So fiel die Entscheidung schließlich auch zu Gunsten von Neumünster aus. "In Bad Bramstedt ist die eine Kirchengemeinde schon immer der Partner der Kommune, der Vereine und gesellschaftlichen Gruppen. Und das funktioniert wirklich gut. In Neumünster repräsentiert der Propst elf Kirchengemeinden und ist seit vielen Jahrzehnten eine feste Institution", schildert Riecke die Situation.

So ist er der erste und gleichzeitig letzte Propst in Bad Bramstedt. In den Worten von Susanne Wölffel schwingt bereits leise der Abschied mit: "Im Kirchenkreis Altholstein gibt es niemanden, den Kurt Riecke nicht durch seine großartige Arbeit begeistert hat. Dafür möchte ich, möchten wir ihm sehr herzlich Danke sagen." Der Theologe selbst sieht seinem Ruhestand eher gelassen entgegen und zeigt sich überzeugt: "Unsere Kirchengemeinden sind auch ohne mich richtig stark hier im Süden!"

Verabschiedung an Pfingstmontag

Die offizielle Verabschiedung von Propst Kurt Riecke findet mit einem Gottesdienst an Pfingstmontag, 24. Mai, um 15 Uhr statt, wegen der Coronapandemie im Pfarrgarten am Gemeindehaus Schlüskamp in Bad Bramstedt.

Die Entscheidung die dritte pröpstliche Pfarrstelle zu streichen, hat die Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein getroffen. In seiner jüngsten Sitzung entschied sich das Kirchenparlament mit 73 Stimmen dafür, sieben Mitglieder votierten mit nein, sechs enthielten sich.