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Bischof aus Tansania auf Stippvisite

12.03.2019 | Zu einem Kurzbesuch ist am Dienstag (12.03.) der afrikanische Bischof Frederick Shoo nach Kiel gekommen. Der leitende Geistliche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania traf sich am Vormittag mit Vertretern hiesiger Kirchengemeinden, die eine Partnerschaft mit Christen in seinem Land unterhalten.

Birgitta Henrich, Frederick Shoo, Doris Krieg, Pröpstin Almut Witt, Katharina Bardenhewer (v. l.)
Ein Treffen mit engagierten Partnern aus dem Kirchenkreis Altholstein, dann musste Bischof Shoo schon wieder weiter: Birgitta Henrich, Bischof Frederick Shoo, Doris Krieg, Pröpstin Almut Witt, Katharina Bardenhewer (v. l.)

Frederick Shoo hörte sich die Schilderungen aus der Partnerschaftsarbeit aufmerksam an, positive wie negative. "Es gelingt uns nicht, junge Menschen zu motivieren. Wir sind überaltert und die Kommunikation mit unserer Partnergemeinde in Tansania ist oft mühsam", berichtete eine Vertreterin der Kieler Kirchengemeinde Heiligengeist dem Bischof aus Afrika. Nicht überall ist das so - mancherorts läuft die Partnerschaftsarbeit großartig - dennoch ist die Kirchengemeinde Heiligengeist kein Einzelfall.

Der tansanische Bischof ist zum ersten Mal in Kiel und spricht fließend deutsch. Schließlich hat der 59-Jährige einst in Bayern promoviert.

Neue Kirchengemeinden gegründet

Trotzdem klangen seine Worte wie aus einer anderen Welt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania wachse stetig. "In den Dörfern werden immer neue Gemeinden gegründet und auch in den Städten legen wir zu", erklärte Shoo den deutschen Partnern beim Treffen in Kiel. So gilt seine Kirche als die zweitgrößte lutherische Kirche weltweit. Statt aus Kirchensteuern finanziert sie sich aus Spenden. "Je nach Saison, wenn die Ernte gut ausfällt, sind die Einnahmen besser oder schlechter", erklärte der tansanische Bischof.

Glaube miteinander teilen

So unterschiedlich die Situation in Afrika und in Deutschland auch sein mag: Shoo betonte die Bedeutung der Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden hier und dort. "Dabei geht es nicht nur um soziales Engagement, sondern darum, den Glauben zu teilen", strich der leitende Geistliche heraus. Gerade die gegenseitigen Besuche, der Kontakt von Mensch zu Mensch, spiele eine sehr wichtige Rolle. Den Vertretern der Partnerschaftsgruppen riet er, dabei verstärkt auf Themen wie Gerechtigkeit und Klimaschutz zu setzen, die auch junge Menschen beträfen und ansprechen würden.

Seine Amtskollegin, die Kieler Pröpstin Almut Witt, lud er zum Gegenbesuch nach Tansania ein.

Hintergrund

Die Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden in der Region Kiel und in Tansania gehen bis ins Jahr 1985 zurück. Das Ehepaar Doris und Helmut Krieg knüpfte damals Kontakte zu Christen, die in Mrimbo am Osthang des Kilimanjaro leben. So entwickelte sich schließlich außerdem eine Partnerschaft zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Altholstein und Ost-Kilimanjaro. Auch ein Projekt zur Unterstützung von AIDS-Waisen ging daraus hervor.