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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Synode

Familien im Mittelpunkt

02.03.2016 | Familie, Familie und nochmals Familie: die kommende Sitzung der Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein am Mittwoch, 9. März, in Neumünster dreht sich um genau eine Frage, nämlich „Welche Kirche braucht Familie?“.

Spaß im Kindergarten der Anscharkirchengemeinde: Nancy, Kurt Riecke, Chantal, Maik, Horst Kunow und Janne (v. l.)
Familien wandeln sich rasant, das ist auch im Kindergarten der Anscharkirchengemeinde Neumünster zu spüren: Nancy, Kurt Riecke, Chantal, Maik, Horst Kunow und Janne (v. l.)

"Bei vielen Menschen hat sich das Gefühl breit gemacht: Kirche kümmere sich nur um die traditionelle Familie", hat Propst Kurt Riecke beobachtet. "Dabei haben wir den Auftrag, Kirche für alle zu sein", ergänzt Horst Kunow, stellvertretender Synodenpräses und Mitorganisator der kommenden Sitzung im Anschar-Gemeindehaus Neumünster. Vielleicht sei man auf dem "Auge etwas blind" gewesen, denn die Familie verändere sich rasant. "Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Adoptivfamilien, gleichgeschlechtliche Paare. Wir wollen die Familien im Wandel begleiten", betont Riecke. Da schien es sinnig für den Kirchenkreis Altholstein, nach der Themensynode "Jugend" vor drei Jahren, sich nun der Familie gründlich anzunehmen.

In zehn Workshops setzen sich die Synodalen am 9. März mit unterschiedlichen Aspekten auseinander. Einer lautet beispielsweise "Familie unter Druck". "Berufstätige Eltern müssen Arbeit und Familienleben irgendwie unter einen Hut bekommen, gleichzeitig ihre Kinder fördern und womöglich noch die Oma pflegen", beschreibt Riecke die hohen Erwartungen. Dieser Workshop möchte Ideen entwickeln, welche Angebote Kirche Familien in solch angespannten Situationen machen kann. Ein anderer geht der Frage nach, ob Armut auch in der Kirche einsam macht. "In unseren Gemeinden sind arme oder benachteiligte Familien kaum präsent", stellt Kunow fest. Er will mit den Teilnehmern herausfinden, woran das liegt und wie Vielfalt vor Ort gelingen kann - die Flüchtlinge und ihre Kinder eingeschlossen. Natürlich geht es bei der Themensynode auch um Familie und Glaube. "Das ist der beste Ort, um unseren christlichen Glauben weiterzugeben, etwa mit biblischen Geschichten, mit gemeinsamem Beten", erläutert Riecke. Wie kann man Eltern helfen, die vielleicht unsicher oder überfordert damit sind?

Mit den Antworten, die in den Workshops zusammengetragen werden, soll sich schließlich der Kirchenkreisrat ausführlich befassen. Ziel ist es, konkrete Vorschläge für die Umsetzung zu erarbeiten. Dabei müssen Synodale und Kirchenkreisrat das Rad nicht komplett neu erfinden. Input kommt bei der Themensynode vom Familien-Experten Michael Domsgen. Der Professor für Evangelische Religionspädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg geht in seinem Einführungsvortrag wissenschaftlich auf die Ansprüche und Bedürfnisse von Familien ein.

"Das wird eine Synodensitzung, an der ganz viele Menschen mithelfen. Sie leiten die Workshops, unterstützen uns auf vielfältige Weise", freut sich Kunow. Deshalb wendet sich die Themensynode nicht nur an die Kirchenparlamentarier, sondern alle engagierten Gemeindeglieder sind eingeladen, sich an den Workshops zu beteiligen.