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Ökumene

Glückliche Nacht der Kirchen

10.09.2019 | Pilgern, Kleider tauschen, ein Chorkonzert oder lieber ein Stummfilm? Zur 9. Nacht der Kir-chen in Kiel laden am Freitag, 20. September, 26 Gemeinden ein, sich fröhlich, kreativ oder nachdenklich mit dem „Glück“ zu beschäftigen.

Pastor Roland Weiß, Stephanie Nischik und Roland Zielazik
Pilgern ökumenscih zum Glück: Pastor Roland Weiß, Stephanie Nischik und Roland Zielazik (v.l.)

"Jeder Mensch versucht, sein Glück zu finden", erklärt Pastor Roland Weiß von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Pries-Friedrichsort das diesjährige Motto. "Es ist spannend, von unserer Suche zu erzählen und gleichzeitig hinzuhören, wie die anderen suchen." Im Kieler Norden begeben sich in diesem Jahr gleich vier Konfessionen auf einen ökumenischen "Weg zum Glück". Von der Bethlehemkirche pilgern Besucher zunächst gemeinsam durch den Stadtteil zu den Baptisten, später zur katholischen Dreieinigkeitskirche und schließlich zur Neuapostolischen Kirche. Verschiedene Aktionen beleuchten das Glück. Für den freikirchlichen Priester Roland Zielazek ist es die erste Kieler Nacht der Kirchen: "Es wird uns ja immer vorgesagt, was uns angeblich glücklich macht, in der Werbung, im Fernsehen, aber das stimmt natürlich nicht. Vielleicht muss man also auf diesen Weg zum Glück geführt werden." Sein lutherischer Kollege Pastor Weiß ergänzt: "Natürlich muss nicht jeder alle Stationen mitmachen. Idee der Nacht der Kirchen ist ja, dass reinschneien, kurz bleiben und wieder gehen völlig okay ist."

Deshalb kämen auch Menschen, denen Kirche sonst eher fremd ist, weiß die katholische Gemeindereferentin Stephanie Nischik: "Die Nacht ist die Chance, mal eine Kirche zu besuchen, ohne gleich einen Gottesdienst zu feiern. Man kann den Raum erfahren, die Stimmung spüren und sich Angebote aussuchen." Diese Angebote sind vielfältig.

Ganz wissenschaftlich ist beispielsweise "Glücksforscher" Prof. Dr. Uwe Jensen von der Uni Kiel in der Stephanuskirche (Kroog) dem Glück auf der Spur. In der Adventgemeinde (Waitzstraße) bringen sich Besucher an "kreativen Glücksstationen" selbst ein. Wer es meditativ mag, findet in der methodistischen Kirche (Gneisenaustraße) kurze Filme zum Thema Glück, dazu eine alkoholfreie Cocktailbar. In St. Joseph (Ostring) bestimmt das Glück gar das Programm, je nach Würfelzahl erklingen dort Harfe, Filmmusik oder nachdenkliche Texte. Wer sich ohne schlechtes Gewissen "glücklich tauschen" will, geht zum Kleidertausch ins Kieler Kloster (Falckstraße).

Musik von Jazz (Ansgarkirche Holtenauer) über Posaunen (Unikirche Westring) bis zu "musikalischen Glückmomenten" (Raphaelkirche Hasseldieksdamm) trägt die Besucher durch die ganze Nacht der Kirchen. Viele Chöre zeigen ihr Können, zum Beispiel in der Dankeskirche (Holtenau) und der Osterkirche (Ravensberg). Natürlich nicht fehlen darf das stets gut besuchte Fünf-Chöre-Konzert in St. Heinrich (Feldstraße). Der Chor in St. Nikolai (Alter Markt) setzt auf Klassik, ebenso wie das anschließende Orgelkonzert. Zur späteren Stunde folgt der Stummfilm "Der Golem, wie er in die Welt kam" von 1920, live begleitet an der Orgel.

Besondere Angebote gibt es für die ganz jungen Besucher. Kinder können beispielsweise Bettzeug und Teddy einpacken, um in der Maria-Magdalenen-Kirche (Elmschenhagen) zu übernachten. Pfadfinder laden in die Dankeskirche (Holtenau) zum gemeinsamen Singen und in der St. Gabriel-Kirche (Russee) bereiten Jugendliche Andachten und Aktionen rund ums Glück vor.

Das komplette Programm und weitere Informationen finden sich auf www.nachtderkirchen-kiel.de.