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Große Resonanz auf Glaubenskurse

01.04.2019 | Mehr als 200 Menschen haben in den vergangenen zwei Monaten an Glaubenskursen in der Region Kiel teilgenommen. Unter dem Motto "Anknüpfen" hatten 22 Kirchengemeinden und Einrichtungen verschiedener Konfessionen eingeladen, sich mit Lebensfragen und der christlichen Religion auseinander zu setzen. Zu einem gemeinsamen Abschluss und Abendessen kamen am Freitagabend rund 100 Teilnehmer_innen in den Räumen der Ev.-Luth. Apostelkirchengemeinde (Eckernförder Straße) zusammen.

Abschlusstreffen Glaubenskurse Kiel
Gemeinsam auf der Suche nach dem Glauben

Dabei stellte Pastor Jens Voß, einer der Initiatoren der Aktion "Anknüpfen" heraus, mit "welcher gegenseitigen Offenheit und Neugier die Menschen dabei ins Gespräch gekommen sind." Darunter seien sowohl Leute gewesen, die bislang kaum Berührung mit dem christlichen Glauben hätten, als auch solche, die sich mit der Kirche sehr verbunden fühlten. Unter dem Dach seiner Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Holtenau trafen sich wöchentlich 19 Teilnehmer_innen zum Glaubenskurs, die wiederum von einem Team aus fünf hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen begleitet wurden.

Mitgemacht haben Menschen aller Generationen. Das hat auch Rita Becker festgestellt. Die Gemeindereferentin leitete einen Kurs an der katholischen St. Josephkirche am Ostring. "Das Besondere war, dass wir junge Auszubildende, Schüler und Studenten sowie Erwachsene zwischen 50 und 70 Jahre als Teilnehmer_innen hatten", erklärte Becker.

Jede Kirchengemeinde und Einrichtung hatte ein eigenes Format für ihren Glaubenskurs gewählt. Mal stand die sachliche Auseinandersetzung mit der Bibel im Vordergrund, andernorts eher die persönlichen Erfahrungen mit dem Glauben.

Die Kieler Pröpstin Almut Witt zeigte sich begeistert, dass so unterschiedliche Gemeinden etwas so Gemeinsames auf die Beine gestellt haben. "Nicht jeder und jede arbeitet vor sich hin, sondern alle fühlen sich unter der Überschrift 'Anknüpfen' miteinander verbunden", betonte die leitende Geistliche des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein. Sie wies darauf hin, dass es keineswegs ein modernes Phänomen sei, Menschen für grundlegende Glaubensthemen zu begeistern - gerade in der protestantischen Kirche.

Begrüßen würde es Witt, wenn es in Zukunft ähnliche gemeinsame Aktionen geben könnte: "Wir brauchen Projekte, in denen Menschen erleben, 'ich kann etwas ausprobieren', aber wo von Anfang an klar ist 'ich kann jederzeit wieder gehen', ohne das Gefühl zu haben, mich erklären zu müssen."

Diese Haltung spiegelte sich auch in Kommentaren von Teilnehmer_innen wider. "Als inspirierend, informativ und gemeinschaftsstiftend" beschrieb eine Frau die Atmosphäre im Nachgang. Eine andere gab als Rückmeldung: "Mich hat besonders überrascht (und es hat mich beruhigt und mir imponiert), dass ein Pastor zugibt, auch mal daran zu zweifeln, ob es Gott gib."

Last but not least war "Anknüpfen" eine Aktion, an der sich lutherische und katholische Gemeinden genauso wie Freikirchen in der Region Kiel beteiligt hatten. "Diese ökumenische Zusammenarbeit haben ich und meine drei Mitarbeiter als großen Gewinn erlebt", sagte Helge Frey, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten). Sein ev.-luth. Kollege Jens Voß aus Holtenau schloss sich dem uneingeschränkt an: "Es ist deutlich geworden, dass wir zwischen den verschiedenen Konfessionen Brücken bauen können, wo manche immer noch Gräben sehen. Der Glaube, der uns verbindet, ist stärker als alle Unterschiede."