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Hammer statt Gesangbuch

28.05.2021 | Mehr Zeit für Enkelkinder und Hobbys - am Sonntag, 30. Mai, hat sich Pastor Thomas Engel in der Klosterkirche Bordesholm verabschiedet. Propst Stefan Block entpflichtete im Gottesdienst für geladene Gäste von seinem Dienst als Pastor der Gemeinde.

Pastor Thomas Engel in den Bänken der Klosterkirche Bordesholm
Verlässt sein "zweites Wohnzimmer", Pastor Thomas Engel

"Unser Pastor geht in den Ruhestand. Wir sagen Danke!!!" So steht es auf den Plakaten, welche Menschen aus der Klosterkirchengemeinde überall in Bordesholm verteilt haben. Dazu das gemalte Konterfei von Thomas Engel, der hier achtzehn Jahre lang Pastor war. Der Geistliche schmunzelt, die Aktion hat ihn gerührt, "auch wenn es schon schräg war, mein Bild in Bushaltestellen zu sehen und nicht mal mehr anonym tanken zu können."

In Coronazeiten kann es keine große Feier geben und so hat er zum Abschied eine Art Tour durch und mit den verschiedenen Gruppen der Gemeinde gemacht, es ist ihm eine Herzensangelegenheit. Im Juni wird Engel noch Konfirmationen abhalten, dann ist er endgültig im Ruhestand.

Obwohl - Ruhe ist Definitionssache. "Ich habe ja schon sieben Enkelkinder", erklärt der Pastor, "für die ich mehr Zeit haben will". Er hat außerdem seinem Sohn versprochen, einen Tag in der Woche bei der Sanierung eines alten Hauses zu helfen, da schwingt er auch mal den Hammer. Und dann ist da noch dieser schöne, alte Schrank, der seit geschlagenen 20 Jahren darauf wartet, von Hobbyrestaurator Engel abgebeizt zu werden. Auch ein Umzug steht an, das Pastorat in Bordesholm verlässt er mit Frau und den drei Katzen in Richtung des Nachbarortes Hoffeld. "Weit weg treibt es uns nicht, ich mag die Mischung aus Stadt und Land und die Leute hier sehr", sagt der angehende Rentner.

Das sei ein Grund gewesen, nach Jahren in der Diakonie Rendsburg 2002 als Gemeindepastor nach Bordesholm zu wechseln. Die Bandbreite der Begegnungen hier, von Krabbelgruppe über Chor bis zu Senioren, reizte Thomas Engel immer: "Vor allem liebe ich die Arbeit mit kreativen Menschen, die einen unverstellten Blick haben, so wie beispielsweise Jugendliche."

Auch die wunderschöne Klosterkirche machte den Job natürlich reizvoll. Sie ist überregional berühmt bei Historikern und Touristen, aber für den Pastor war es immer wichtig, dass sie auch Gemeindekirche blieb. "Es ist eine Gradwanderung, aber niemand sollte bei Gemeindetreffen oder Konfiarbeit darin vor Ehrfurcht erstarren." In achtzehn Jahren sei die Klosterkirche sein zweites Wohnzimmer geworden und der Klappsitz im wertvollen Chorgestühl sozusagen sein Arbeitsplatz.

Thomas Engel geht zu einer Zeit in Ruhestand, wo er die ganze Coronaplanung des letzten Jahres ein bisschen leid ist, auch wenn er im Testzentrum im Gemeindehaus selber Dienst schiebt. Für neue Herausforderungen sieht der scheidende Pastor die Klosterkirchengemeinde aber gut aufgestellt. "Da gibt es ja ein ganz tolles Mitarbeiterteam, dafür war und bin ich wirklich dankbar." Gemeinsam mit einem engagierten Kirchengemeinderat habe man viele wunderbare Aktionen auf die Beine gestellt, wie die jährliche Kinderbibelwoche oder bunte Formen von Gottesdiensten. "Ich wünsche meiner Gemeinde zum Abschied, dass sie diese Vielfalt zwischen Orgel und Band und Jung und Alt erhält."