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Synode

Jugendkirche - Haushalt - Themensynode

25.11.2018 | Mit deutlicher Mehrheit hat die Synode des Kirchenkreises Altholstein für die Verlängerung der Jugendkirche entschieden. Auf ihrer Sitzung am Sonnabend in Rickling verabschiedeten die Synodalen außerdem einstimmig den Haushaltsentwurf für 2019, der moderate Zuwächse für die Kirchengemeinden vorsieht. Zudem brachten sie Themensitzungen zur Kirche der Zukunft auf den Weg.

Synode in Rickling
In einem Film stellten junge Menschen der Synode vor, was für sie Jugendkirche bedeutet.

Jetzt sind die Jugendlichen da ...

"Jetzt sind die Jugendlichen da, und jetzt brauchen wir eine Person, die für sie da ist", appellierte die Vorsitzende des Jugendausschusses Juliane Gross eindringlich an die Synodalen. "Dies ist nicht die Zeit, eine unbefristete Pfarrstelle einzurichten", nahm der Kieler Pastor Jens Voß eine Gegenposition ein. Hintergrund der Debatte in der Synode: Die Stelle für die Jugendkirche im Kirchenkreis Altholstein ist nach fünf Jahren ausgelaufen. Außer Frage stand für die Synode, die Jugendarbeit weiter fördern zu wollen. Nur über das "Wie" gab es verschiedene Ansichten. Ob man nicht eher die Arbeit mit jungen Menschen in den Kirchengemeinden stärken möchte. Ob es nicht eher Sinn machen würde, zuerst nach einem festen Ort für die Jugendkirche zu suchen. "Jugendarbeit ist schon immer Beziehungsarbeit. Wenn keiner da ist, dann stirbt die Jugendarbeit", argumentierte Silke Leng.

Die Befürworter trafen damit den Nerv der Synodalen. Fast 800 junge Leute bei den Konfirmandentagen der Jugendkirche, eine von Jugendlichen entwickelte Gottesdienstreihe an ungewohnten Orten (im Park, im Kino, am Strand, mit Obdachlosen): Auf diese und weitere Angebote will man aufbauen. Im Zentrum kirchlicher Dienste in Neumünster soll es im Jugendwerk ergänzend eine unbefristete Stelle für die Jugendkirche geben. Das könnte sowohl ein Pastor sein als auch jemand mit einem anderen theologisch-pädagogischen Hochschulabschluss.

Haushalt mit leichtem Plus

Zufriedenheit allerorts über den vorgelegten Haushaltsplan. Er sieht vor, dass jede Kirchengemeinde im kommenden Jahr rund 2,9 Prozent mehr Geld bekommt. Möglich macht das unter anderem ein leichter Anstieg bei den Kirchensteuern. Sie werden für das kommende Jahr mit 28,7 Millionen Euro prognostiziert. Dafür sprach der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pastor Christian Dahl (Neumünster-Einfeld), stellvertretend den Kirchensteuerzahlern einen herzlichen Dank aus. Mit den jetzt eingeplanten Summen könnten die Kirchengemeinden gut wirtschaften. Das müsse nicht beständig so bleiben. "Deshalb stärken Sie jetzt Ihre Rücklagen, verbessern Sie Ihre Infrastruktur und seien Sie vorsichtig mit dauerhaften Ausgaben", forderte Dahl die Synodalen auf. Als einen "sehr guten und wichtigen Beitrag" bezeichnete Dahl die Förderung der kirchlichen Kindertagesstätten. Mehr als 1,7 Millionen Euro Kirchensteuern fließen im kommenden Jahr allein dorthin.

30 Prozent weniger Pastor_innen

Auch Propst Stefan Block aus Neumünster widmete sich in seinem Bericht vor der Synode den Finanzen. Als Vorsitzender des Kirchenkreisrates warnte er, sich von den steigenden Einnahmen blenden zu lassen: "Zur ganzen Wahrheit gehört, dass auch unsere Kosten steigen und dies in teilweise größerem Umfang, als es das gestiegene Kirchensteueraufkommen auffangen kann." Besorgt äußerte sich Block zum Fachkräftemangel. Nach Pflegekräften und Erzieherinnen würde nun im Kirchenkreis Altholstein der Nachwuchs bei den Kirchenmusikern und den Pastoren knapp. "In den künftigen zehn Jahren ist zu erwarten, dass uns etwa 30 Prozent weniger Pastorinnen und Pastoren zur Verfügung stehen werden. Das sind beunruhigende Aussichten!", sagte der leitende Geistliche. Er rechne mit längerfristigen Vakanzen. Deshalb gelte es jetzt die Stellen auf ihre Attraktivität zu prüfen und gegebenenfalls das Berufsbild der Pastorenschaft anzupassen. Eine darüber hinaus gehende, breit gefächerte Debatte über anstehende Veränderungen hat sich die Synode in Rickling ebenfalls vorgenommen.

Kirche der Zukunft

Einstimmig sprach sich das Kirchenparlament dafür aus, in den kommenden zwei Jahren intensiv über die "Kirche der Zukunft" zu beraten. Eigens dafür soll es Themensynoden gehen, im August 2019 unter dem Arbeitstitel "Geht hinaus und verkündet das Evangelium". Ein Jahr später liegt der Fokus dann auf "Dies ist Kirche, oder?".

Heikendorf ins Kindertagesstättenwerk

Schließlich hat die Synode den Weg für einen Wechsel der Trägerschaft der Ev. Kindertagesstätte in Heikendorf (Kreis Plön) frei gemacht. Zum 1. Januar 2019 wechselt die Einrichtung aus der Verantwortung der Kirchengemeinde zum Kindertagesstättenwerk des Kirchenkreises Altholstein.