SCHLIESSEN

Suche

Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Kirche und Umwelt

Kirchenland nachhaltiger verpachten

07.06.2021 | Wie kann Kirche sich ganz praktisch für mehr nachhaltige Landwirtschaft einsetzen? Bei einem Online-Fachtag zum Thema „Verpachtung von Kirchenland“ haben sich Gemeinden jetzt dazu erste Ideen geholt. Eingeladen hatten der Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche (KDA).

Pastor Felix Meyer-Zurwelle und Carsten Feddersen auf einem Kirchenacker.
Hier wächste der Roggen auf Kirchenland: Pastor Felix Meyer-Zurwelle und Carsten Feddersen.

Die Kirchengemeinden in Altholstein besitzen derzeit zwischen Kiel und Henstedt-Ulzburg insgesamt rund 550 Hektar Ackerland und 130 Hektar Grünland, dazu Friedhofsflächen und etwas Wald. Große Teile davon haben sie an Landwirte verpachtet. In Zeiten von Klimakrise und Artensterben stellt sich immer öfter die Frage, ob Kirche sich mehr darum kümmern muss, was auf diesem Land passiert.

Eigentum birgt Verantwortung, sagte Propst Stefan Block: "Kirchengemeinden haben einen großen Einfluss aufgrund ihrer beträchtlichen Flächen, auch als Vorbilder für eine am Klimaschutz orientierte Bewirtschaftung". Allerdings schaffe eine Diskussion, beispielsweise über neue, ökologischere Regeln für Verpachtung, Unruhe bei bisherigen Pächtern. "Deshalb ist uns wichtig, auch mit ihnen über ihre Sorgen und Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen." Der Ausgleich zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien sei erstrebenswert.

Die Frage, wie man Wandel voranbringt und zugleich mit treuen Pächtern fair umgeht, trieb auch viele Vertreter aus Kirchengemeinden um. Sie hörten auf dem Fachtag Vorträge und diskutierten mit Experten über Fragen wie: Könnte die Nordkirche grundsätzliche Kriterien für nachhaltige Verpachtung vorgeben? Wäre ein Blühstreifen am Feldrand oder eine Nachhaltigkeitsberatung als Bedingung für einen Pachtvertrag sinnvoll? Motivieren langfristige Verträge den Landwirt, noch mehr Bodenpflege zu betreiben? Wäre ein gebündeltes Angebot an einen Jungbauern denkbar, wenn er dafür nachhaltig wirtschaftet? Wie sieht die rechtliche Seite aus und wo entstehen Kosten? Antworten lieferten unter anderem Agrarwissenschaftler Dr. Jan Menkhaus, Monika Neht vom KDA, Ökobauer Hans Möller und Dr. Jörg Bargmann vom Deutschen Verband für Landschaftspflege.

Felix Meyer-Zurwelle, der den Fachtag mitorganisiert hat, zeigte sich zufrieden. "Wir sind noch ganz am Anfang eines steinigen Weges, aber wir müssen ihn gehen", sagte der Pastor aus Kirchbarkau am Ende der Veranstaltung. "Ich bin sehr dankbar, dass wir dabei Unterstützung bekommen!"

Propst Stefan Block versprach weitere Veranstaltungen: "Wir als Kirche in Altholstein wollen und müssen das unsrige tun, um die Klimaziele von Paris und unserer Kirche zu erreichen. Das ist auch ein Gebot unserer Schöpfungsverantwortung und mir eine Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit vielen Engagierten sind wir in Altholstein auf einem guten Weg."