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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Kirche und Corona

Martin Luther bliebe zuhause

31.03.2020 | Diese Wochen stellen vieles auf den Kopf, was bisher selbstverständlich war. Große Sorgen um gefährdete Menschen. Eigene Ängste vor Krankheit. Bedrohungen der wirtschaftlichen Existenz. Zugleich aber auch die Bestätigung, dass sich vieles ändern muss und kann.

Martin Luther, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren
Martin Luther, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren

Ein neuer Umgang mit Zeit wird eingeübt. Neue Formen der Kommunikation ausprobiert.die Suche nach Formen des Glaubens, die in verunsichernden Zeiten durchtragen. Stärkend sind dabei die vielen kreativen Ideen christlichen und gemeindlichen Lebens, die digital verbreitet werden. Sie sind eines von vielen Zeichen, dass Gott mit uns auf dem Weg bleibt - auch in diesen bedrohlichen Zeiten.

Auf diesem digitalen Weg hat uns aus der Gemeinde Schmalfeld ein Text von Martin Luther erreicht. Er stammt aus einer Zeit als noch bedrohlichere Krankheiten als heute kursierten. Luther, der pragmatische und gottvertrauende Christ, schrieb 1527 in einem Brief an einen Bekannten:

"Wohlan, der Feind hat uns durch Gottes Verhängnis Gift und tödliche Krankheit herein geschickt , so will ich zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen. Orte und Personen meiden, da man meiner nicht bedarf, auf dass ich mich selbst nicht verwahlose und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiften und anstecken und ihnen so durch meine Nachlässigkeit Ursache des Todes sein möchte. Will mich indes mein Gott haben, so wird er mich wohl finden, so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Menschen Tode schuldig. Wo aber mein Nächster mein bedarf, will ich wder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Siehe, das ist ein rechter, gottesfürchtiger Glaube, der nicht dummkühn noch frech ist und auch Gott nicht versucht."
[Martin Luther: "Ob man vom Sterben fliehen möge - Brief an Johannes Heß (1527)", Weimarer Ausgae Bd. 23, S.365-366]

Gehen wir also im Sinne Luthers vertrauensvoll und realistisch durch diese Tage und unterstützen einander so gut es geht.

Bleiben Sie von Gott behütet!
Ihre Pröpstin Almut Witt, Propst Stefan Block und Propst Kurt Riecke