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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Wiedereröffnung

Neue Kirche in alten Mauern

03.03.2016 | Die starren Kirchenbänke sind unauffällig geteilt worden und neu im Halbrund aufgestellt, dezent angebrachte Scheinwerfer und Lautsprecher sorgen für glasklaren Klang und helles Licht, mit beweglichen Glastüren lässt sich unter der Empore ein wärmerer Bereich abtrennen: die strenge Marine-Garnisonkirche hat den Sprung ins 21. Jahrhundert gemacht und ist bereit für ihre zukünftige Aufgabe. Für die junge, wachsende Ev.-Luth. Apostel-Kirchengemeinde ist die Petruskirche das neue Zuhause im Kieler Stadtteil Wik.

Propst Thomas Lienau-Becker, Pastor Lars Reimann, Pastor Lutz Damerow (v. l.)
Mit großen Schritten der Wiedereröffnung der Petruskirche entgegen: Propst Thomas Lienau-Becker, Pastor Lars Reimann, Pastor Lutz Damerow (v. l.)

Rund 1,5 Millionen Euro haben der Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein und die Apostel-Kirchengemeinde mit Unterstützung des Bundes in das denkmalgeschützte Gebäude investiert. Zum einen wurde die längst fällige Sanierung in Angriff genommen. Das Dach der Petruskirche ist nun gedämmt und neu eingedeckt, die Feuchtigkeitsschäden an der Holzdecke sind beseitigt, die Malereien restauriert. Zum anderen ist das ehrwürdige Gemäuer zur modernen Gemeindekirche umgebaut worden.

Für Thomas Lienau-Becker, Kieler Propst des Kirchenkreises Altholstein, geht damit ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: "Gegen den Trend machen wir eine Kirche neu auf. Wir öffnen sie für lebendige Gemeindearbeit."

"Wir brauchen Platz, um weiter zu wachsen"

Der Kirchenkreis hat die ehemalige Marine-Garnisonkirche in der Wik 1985 vom Bund übernommen. Seither ist sie überwiegend für Konzerte genutzt worden, hin und wieder fand ein Gottesdienst statt. Währenddessen suchte die Kieler Apostel-Kirchengemeinde annähernd zehn Jahre nach neuen Räumen. Das Gemeindezentrum in der Eckernförder Straße platzt aus allen Nähten, wenn sich sonntags bis zu 250 Gottesdienstbesucher im Saal drängen, sogar stehen müssen. "Wir brauchen Platz, um weiter zu wachsen", sagt Lars Reimann, einer der zwei Apostel-Pastoren. "Da ist die Petruskirche ideal, weil sie aus der ganzen Stadt gut erreichbar ist."

Das kommt einer Besonderheit der Apostel-Kirchengemeinde sehr entgegen: Ihre Mitglieder wohnen nicht nur "rund um den Kirchturm", sondern strömen aus vielen Orten rund um die Kieler Förde zu den Gottesdiensten. An der Petruskirche sind reichlich Parkplätze vorhanden, drei Buslinien halten quasi vor der Tür. Obendrein gehören Teile der Wik zum eigentlichen Gemeindegebiet. "Wir sind glücklich, dass wir die hochspannende Entwicklung hier mitgestalten, uns als Nachbarn in den sich wandelnden Stadtteil einbringen dürfen", freut sich Reimann.

Ab November 2016 wieder erste Konzerte

Damit die Petruskirche den Anforderungen der Apostel-Kirchengemeinde gewachsen ist, wurde sie grundlegend modernisiert. Scheinwerfer im Kirchenschiff sorgen für Lichteffekte beim Jugend- oder alle 14 Tage beim modernen Sonntagsgottesdienst. Die neue Soundanlage ist state of the art: "Der Klang ist exzellent, egal ob bei Sprache oder Musik, überall ist alles transparent zu hören", schwärmt Pastor Lars Reimann. Unter der Empore kann das hintere Viertel der Kirche mit Schiebe-Glastüren abgeteilt werden und höher als der übrige Raum beheizt werden, etwa für Eltern mit kleinen Kindern. Möglich machen das die zwei getrennten Heizkreise der neuen umweltfreundlichen Anlage. Die langen Kirchenbänke wurden in der Mitte geteilt und im leichten Halbrund angeordnet. Im Eingang versteckt sich eine Küche, abgetrennt durch eine Glasscheibe. "Im ehemaligen Konfirmandensaal soll bis Sommer noch ein richtiges Café mit Sitzplätzen dazukommen", kündigt Reimann an.

Gedacht ist das Café unter anderem für die Konzertbesucher. Ab November 2016 sollen wieder Veranstaltungen in der Petruskirche stattfinden. Bei Sanierung und Umbau wurde darauf geachtet, dass die ausgezeichnete Akustik erhalten bleibt. "Wir haben uns auf 20 Tage im Jahr für Konzerte geeinigt", erklärt Propst Thomas Lienau-Becker. "Wichtig ist es, dass jetzt der Gemeindebetrieb anläuft und wir Erfahrungen sammeln können, wie beides miteinander vereinbar ist."

Feierliche Wiedereröffnung am 13. März

Und dazu muss die Kirche offiziell ihrer neuen Bestimmung übergeben werden. Dies geschieht in einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, 13. März, um 15 Uhr. An ihm wirkt auch der Schleswiger Bischof Gothart Magaard mit. Mehr als 500 Gäste erwarten Apostel-Kirchengemeinde und Kirchenkreis Altholstein zur Wiedereröffnung, darunter auch Ministerpräsident Torsten Albig.