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Neue Rohre für die Kita

22.01.2019 | Die alten Kupferrohre müssen raus. Nach mehreren Lecks werden die Wasserleitungen der Evangelischen Kindertagestätte Regenbogen in Brokstedt saniert und dafür die Fußböden aufgerissen. Für 80 Kitakinder bedeutet das: umziehen.

Die Küche der Brokstedter Kita als Baustelle
Die Küche der Kita Regenbogen ist schon Baustelle

"Es hat vor Weihnachten angefangen", erzählt Kitaleiterin Bettina Jung-Clausen. "Plötzlich hatten in der Küche Wasser an Wänden und Pfützen auf dem Boden." Handwerker versuchten, den Schaden zu flicken, doch die genaue Stelle des Lecks war nicht so leicht zu finden, und die Einbauküche nicht mehr zu retten. Es war bereits der dritte Wassereinbruch im Anbau der Kindertagesstätte in fünf Jahren.

Das Gebäude gehört der Gemeinde Brokstedt. Walter Frömming ist dort Vorsitzender im Bauausschuss, und er kennt den Grund für die Probleme: "Vor 20 Jahren hat man gerne günstige Materialien verbaut, das rächt sich jetzt. Die Kupferrohre auf dem schieren Beton korrodieren und gehen kaputt, das nächste Leck ist vorprogrammiert." Die Gemeindevertretung reagierte prompt und entschied: Statt zu flicken, werden alle Kupferrohre gegen moderne Wasserleitungen aus Kunststoff ausgetauscht. "Lieber jetzt Geld in die Hand nehmen, damit die Kinder ordentlich untergebracht sind", erklärt Frömming. Wieviel Geld genau, ist noch nicht klar: Die Versicherung zahlt nur den Wasserschaden, nicht die Sanierung, und niemand weiß genau, was die Handwerker finden werden. Je nachdem dauern die Arbeiten drei bis sechs Monate.

Eine Belastung für alle, denn 80 Kitakinder müssen weichen, weil neben Küche und Bad vor allem die Flure betroffen sind. Lange hat Kitaleiterin Bettina Jung-Clausen mit ihren Kolleginnen hin- und herjongliert, um alle Kinder gut unterzubringen und die Gruppenstärken nicht zu überschreiten. "Ich habe auch mal nachts wach gelegen aus Angst, ich hätte ein Kind vergessen", erzählt sie. Inzwischen kann sie darüber lachen und ist sich sicher: "Wir können mit gutem Gewissen alle unterbringen."

Ab dieser Woche kommen 40 der älteren Mädchen und Jungen in der Grundschule von Brokstedt unter. Dort hat die Kita bereits für ihre Hortgruppen Räume gemietet, die vormittags nun von den Kitakindern und nachmittags gemeinsam genutzt werden. Die übrigen 40 "Ausgesiedelten" wechseln in verschiedene Gruppen im Altbau der Kita, welcher von den Bauarbeiten nicht betroffen ist. Selbst die Waldgruppe wurde bedacht, sie wird bei schlechtem Wetter nun statt in der Kita im Kirchengemeindesaal Unterschlupf finden.

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Brokstedt ist Träger der Einrichtung, Pastorin Ulrike Wohlfahrt zeigt sich über die pragmatische Lösung sehr erleichtert: "Die Absprachen haben wirklich super geklappt, auch mit dem Schulverband. Alle arbeiten zusammen, sogar Eltern haben angeboten zu helfen." Die Kinder selbst sprechen vom Umzug als "Abenteuer", das sie erleben dürfen, ein Verdienst von Leiterin Jung-Clausen und ihrem Team: "Die Kinder finden es spannend. Und sie kommen immer wieder auf uns zu und sagen `Ihr schafft das`!"

Die Evangelische Kindertagesstätte Regenbogen in Brokstedt betreut zurzeit 163 Mädchen und Jungen zwischen einem und 15 Jahren. Die 23 Mitarbeitenden kümmern sich in insgesamt zehn Gruppen um Kinder aus den Gemeinden Armstedt, Brokstedt, Borstel, Fitzbek, Hasenkrug, Hardebek, Rade, Sarlhusen und Willenscharen.