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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Kirchenkreis Altholstein

Osterhoffnung

08.04.2020 | „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.“ So beginnt das Glaubensbekenntnis, das Dietrich Bonhoeffer im Dezember 1943 formuliert.

Dietrich Bonhoeffer 1944
Dietrich Bonhoeffer 1944

Seit April sitzt er im Gefängnis. Er weiß in dieser Zeit nicht, wie sich sein Leben und das Leben derer, die ihm nahe sind, weiter entwickeln wird. Er hält aber auch jetzt am Glauben fest. Gerade in Zeiten, die schwer sind, vielleicht auch ausweglos erscheinen, ist unser Glaube herausgefordert. Das ist so und das war so.

"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will." Diese Zuversicht haben die Jüngerinnen und Jünger Jesu noch nicht, während sie das Passamahl mit ihm feiern und einen Tag später erleben, wie er am Kreuz stirbt. Sie sehen zunächst einmal nur das Ende und haben keine Vorstellung, wie es weitergehen kann. Ihre Hoffnung, die sie in ihn gesetzt haben, stirbt mit ihm. Die Ostererfahrung lässt diese Hoffnung wieder neu lebendig werden in erstaunlicher Weise. Die Menschen, die Jesus nahe waren, erleben, wie aus dem Bösesten Gutes entstehen kann.

Am 9. April 1945, also vor 75 Jahren, wurde Dietrich Bonhoeffer hingerichtet. Doch sein Tod nimmt seinen Hoffnungsworten nicht die Kraft. Bis heute lassen sich Menschen von seiner Zuversicht anstecken, gerade in schwerer Zeit.

"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will." Das hoffen wir auch heute. Wir merken, dass wir diese Zuversicht brauchen und sind froh, es mit anderen teilen zu können - wenn auch anders als gewohnt: nicht in gemeinsamen Gottesdiensten, aber doch in Gesprächen, Worten und Gesten über Entfernung hinweg.

So wünschen wir allen - auch über diese Entfernung hinweg: Lassen Sie sich von der Osterfreude - dennoch - begeistern und bleiben Sie weiter behütet, wo auch immer Sie sind!

Ihre/Eure Pröpstin Almut Witt, Propst Kurt Riecke und Propst Stefan Block