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Pate für Kunstschatz werden

03.11.2021 | Patinnen und Paten gesucht für den mittelalterlichen Altar der Kieler St. Nikolaikirche! Mit 1.200 Euro aufwärts können Privatspender, Vereine oder Unternehmen einzelne seiner Gemälde und Schnitzereien restaurieren lassen. Sie bekommen dafür eine Patenurkunde sowie eine Namensplakette in der Kirche am Alten Markt. Kiels ältester Kunstschatz soll so vor der schleichenden Zerstörung gerettet werden.

Pastorin Maren Schmidt und Rainer Kraatz vor dem Altar in der St. Nikolaikirche in Kiel
Suchen Patinnen und Paten für den historischen Altar: Pastorin Maren Schmidt und Rainer Kraatz.

Herzstück

„Er ist einfach das zentrale Element in der Kirche, man hat immer diese Längsachse vor Augen, wunderschön“, schwärmt Rainer Kraatz vom großen Klappaltar in der St. Nikolaikirche. „Und dann ist da immer der Gedanke, er steht schon seit 500 Jahren hier, und so viele Generationen sind in Freud und Leid vor ihn getreten“. Deshalb hofft der Ehrenamtliche der Kirchengemeinde St. Nikolai, dass sich Menschen finden, die eine Patenschaft für beispielsweise eine geschnitzte Szene aus der Passion Christi (je 5000 Euro) oder eine Gemäldetafel (je 2000 Euro) übernehmen werden.

Stichwort Raumklima

Nach einer Notsicherung im letzten Jahr drängt die Zeit für eine umfassende Restaurierung. Das Problem: Das alte Holz mag es konstant feucht und kühl, Gottes- und Konzertbesucher jedoch lieber warm und trocken. Als Folge dessen blättert die Farbe, Holz verzieht sich, Schimmel hält Einzug. Das betrifft nicht nur den Altar, auch Kanzel, Gedenktafeln im Kirchraum und die Orgeln leiden.

Deshalb wird eine reine Restauration nicht reichen. „Der Altar ist ja im Mittelalter für eine damals stets unbeheizte Kirche gebaut worden“, erklärt Pastorin Maren Schmidt. „Es wird darauf hinauslaufen, in der Kirche in Zukunft zwei Klimazonen zu haben.“ Ein Team aus Architekten, Heizungsfachleuten, Denkmalschützern und Vertretern der Kirchengemeinde arbeitet deshalb an Plänen zum Umbau des Heizungssystems in der Nikolaikirche. Die Gesamtkosten dafür werden sich auf rund 1,1 Millionen Euro beziffern. Zwar laufen Förderanträge, aber ohne Spenden wird die Kirchengemeinde den Aufwand nicht stemmen können.

Retten um zu bleiben

Ein Abschotten des prächtigen Altars in der Nikolaikirche, etwa durch einen Glaskasten oder gar die Abgabe an ein Museum ist für Pastorin Schmidt keine Option: „Der Altar ist ja nicht nur ein Kunstschatz von historischer Bedeutung, sondern auch der Altar unseres Gemeindelebens, den wir im Gottesdienst benutzen.“ Darüber hinaus haben vor Corona rund 190.000 Menschen jährlich die Kirche besucht.

Hilfe wird also gebraucht. Wer eine Patenschaft für ein Relief, Gemälde oder eine Büste am Altar übernehmen möchte, bekommt alle Informationen bei Pastorin Maren Schmidt, zum Beispiel unter der E-Mailadresse p.schmidt@st-nikolai-kiel.de. Die Kirchengemeinde freut sich aber auch über kleinere Spenden unter Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nikolai, Evangelische Bank, IBAN: DE87 5206 0410 0206 4270 49.

Ankündigung:

Es wird mehrere Benefizveranstaltungen zugunsten des Altars in St. Nikolai geben. Unter anderem:

Am Freitag, 5. November können Zuhörer ab 19 Uhr in der St. Nikolaikirche von Kunsthistoriker Prof. Dr. Ulrich Kuder und Restaurator Markus Freitag Interessantes über den Altar erfahren. Kirchenmusikdirektor Volkmar Zehner spielt auf der Orgel.

Am Sonntag, 14. November, gibt es Musik geballt: Ab 17 Uhr spielen und singen der SanktNikolaiChor, das Kieler Blechbläserensemble und Volkmar Zehner an der Orgel.

Der Eintritt ist jeweils frei, Spenden zugunsten des Altars werden erbeten.