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Petruskirche raus aus Dornröschenschlaf

14.03.2016 | Endlich im neuen Zuhause: Mit einem feierlichen Gottesdienst hat am Sonntag, 13. März, die Ev.-Luth. Apostel-Kirchengemeinde die Kieler Petruskirche als ihr neues Zentrum eingeweiht. Zahlreiche Gäste freuten sich mit der Gemeinde, unter ihnen Bischof Gothart Magaard und Ministerpräsident Torsten Albig.

Die Apostelgemeinde feierte mit Gästen ihren Einzug in die Petruskirche.

Große Aufregung herrschte beim ersten Gemeindegottesdienst nach langer Zeit in der Petruskirche. Rund 30 Jahre lang lag das Gotteshaus im Kieler Stadtteil Wik quasi im Dornröschenschlaf, als Konzert- und Veranstaltungskirche ohne eigene Gemeinde. Demnach wäre also die Apostel-Kirchengemeinde der Prinz, welcher auf der Suche nach einem neuen Zuhause der Kirche ein neues und zwar kunterbuntes Leben eingehaucht hat. Dies galt es zu feiern, in einem großen Festgottesdienst am Sonntagnachmittag.

Neben der Freude schwang in den nun sanierten Gemäuern der ehemaligen Garnisonskirche auch Erleichterung mit. Darüber, endlich angekommen zu sein, nach all dem planen, abwägen, verhandeln, bauen und arbeiten. Lars Reimann, einer der zwei Pastoren der Apostel-Kirchengemeinde, brachte die Stimmung auf den Punkt: "Heute treten wir mit einem vollkommen dankbaren und erfüllten Herzen vor Gott - er hat uns gut geführt".

Denn nun ist der Umzug vollbracht, aus den der wachsenden Gemeinde zu eng gewordenen Räumen der Eckernförder-Straße hinein in die weiträumige Petruskirche in der Wik. Rund 250 Gottesdienstbesucher sind in Apostel die Regel, die neue Heimstatt ist nach Sanierung und Modernisierung bestens dafür aufgestellt. Mehr noch, zwischen neuem Loungebereich und altem Altar findet sich jede Menge Platz für Ideen.

Auf der Umzugsfeier gratulierte Ministerpräsident Torsten Albig der Apostel-Kirchengemeinde zu ihrem alten, neuen Gotteshaus: "Ich freue mich sehr, dass diese Garnisonskirche wieder ihrer eigentlichen Bestimmung dient. In der Petruskirche soll und wird es eine lebendige Gemeinde geben. Daher feiere ich die Wieder-Einweihung aus ganzem Herzen mit Ihnen", sagte Albig.

Herzliche Glückwünsche kamen auch von Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche. Er bekräftigte in seiner Predigt in Kiel, dass Christen nicht rückwärts, sondern vorwärtsgewandt leben würden. "Wir können Traditionen und alte Gebäude pflegen, aber wir müssen nichts konservieren", erklärte Margaard. "Und ich freue mich auf das, was hier zukünftig an christlichem Leben zu finden sein wird."

Für viele Kieler ist die Petruskirche etwas ganz besonderes, wusste Stadtpräsident Hans-Werner Tovar zu berichten: "Die Petruskirche ist ein Ort, der die maritime Geschichte Kiels erlebbar macht; sie ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Wik. Als Kirche ist sie aber weit mehr als ein bedeutendes Gebäude!" Er freue sich, dass das Gotteshaus erneut zum Mittelpunkt des geistlichen Lebens im Stadtteil würde.

Eigentümer der Petruskirche ist der Kirchenkreis Altholstein, die Apostelgemeinde wird Mieter, nutzt ihre alten Räume aber weiter. Der Altholsteiner Propst Lienau-Becker hat den ganzen Prozess des Umzugs begleitet und erinnerte am Sonntag an die vielen Sitzungen, Ideen, Zweifel, Diskussionen, Bauarbeiten an Gebäude und auch an dem eigenen Gesamtplan. Die Tatsache, dass in Zeiten schließender Kirchen in Kiel eine sozusagen wieder neu aufmacht, ließ ihn strahlen: "Es ist einer meiner schönsten Tage als Propst, denn ein großes Werk ist vollendet." Der Umzug sei ein Wagnis, das sich aber lohne, ist Lienau-Becker überzeugt: "Ich weiß, die Gemeinde ist gespannt wie ein Flitzebogen, und ich bin es auch."

Die Bauarbeiten an der Petruskirche sind noch nicht komplett beendet. Dach, Dämmung, Sanierung der Malereien und Innenausbauten sowie Abreiten an Elektrik, Licht und Sound sind abgeschlossen. Aber vor allem in den Nebengebäuden wird auch nach dem Einzug weiter modernisiert. Wenn sich das Gemeindeleben etwas eingependelt hat, soll die Kirche auch wieder für Konzerte genutzt werden können. Insgesamt 1,5 Millionen Euro haben der Ev.-Luth. Kirchenkreis Altholstein und die Apostel-Kirchengemeinde mit Unterstützung des Bundes in das denkmalgeschützte Gebäude investiert.