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Synode

Solide und sparsam: Altholstein verabschiedet Haushalt

28.11.2019 | Applaus, Gratulationen, spontane Umarmungen und ein strahlender Propst Kurt Riecke: Die Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein hat seine Amtszeit in Bad Bramstedt bis zum 31. Mai 2021 verlängert.

Kurt Riecke, Michael Rapp (v. l.)
Synodenpräses Michael Rapp (rechts) gratuliert Kurt Riecke zur Verlängerung seiner Amtszeit als Propst in Bad Bramstedt.

Deutliches Abstimmungsergebnis

Auf ihrer Sitzung in Henstedt-Ulzburg (Rhen) stimmten am Mittwochnachmittag 78 der anwesenden 80 Synodalen dafür. Damit bleibt Riecke bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand für zehn Kirchengemeinden im Süden Altholsteins sowie für die Diakonie Altholstein und das Zentrum kirchlicher Dienste in Neumünster zuständig.

Deutlicher Warnhinweis

Nahezu einstimmig hat das Kirchenparlament außerdem den Haushaltsplan für das Jahr 2020 mit einem Volumen von rund 34 Millionen Euro beschlossen. "Er ist wie immer solide finanziert und birgt keine Risiken. Wir haben mehr Vermögen als Schulden, da lässt es sich ruhig schlafen", warb Matthias Gemmer, Mitglied des Kirchenkreisrates, vor den Mitgliedern der Synode. Zugleich rief er die Kirchengemeinden auf, sparsam mit den Geldern umzugehen. Denn, das betonte auch der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pastor Christian Dahl aus Neumünster-Einfeld, die Kirchensteuern gehen zurück: "Zum ersten Mal erhalten alle Kirchengemeinden weniger Geld als im Jahr zuvor. Das ist ein deutlicher Warnhinweis, denn dieser Trend wird sich fortsetzen."

Förderung der Kirchenmusik

Über einen Zuschuss für die Kirchenmusik können sich zehn Kirchengemeinden in Altholstein freuen. Rund 120.000 Euro stellt die Synode dafür ab 2021 zur Verfügung. "Bei diesem solidarischen Modell erhalten kleinere Kirchengemeinden mehr als größere", hob Propst Stefan Block hervor. "Letztlich sind bei der Verteilung jedoch der Standort und transparente Kriterien ausschlaggebend." So fließen die Zuschüsse an solche Orte, die eine kirchenmusikalische Tradition haben und die damit in die Region ausstrahlen. Einbezogen werden auch die Qualität der Instrumente und der Gruppen sowie die Zahl der Veranstaltungen. Ziel ist es, auskömmliche Stellen für Kirchenmusiker zu erhalten und so letztlich die Professionalität zu sichern.

Förderung erhalten in Kiel die Kirchengemeinden St. Nikolai, Paul-Gerhardt (Neumühlen-Dietrichsdorf), Heiligengeist, Thomas (Mettenhof) und die Friedensgemeinde. In Neumünster profitieren Vicelin und Anschar, in Bordesholm die Klosterkirchengemeinde. Schließlich erhalten die Kirchengemeinden Bad Bramstedt und Kaltenkirchen einen Beitrag zur Kirchenmusik.

Bericht aus dem Kirchenkreisrat

Premiere auf der Synodensitzung hatte in Henstedt-Ulzburg Pröpstin Almut Witt. Zum ersten Mal berichtete sie als neue Vorsitzende des Kirchenkreisrates von dessen Arbeit. So verwies Witt auf einen "wichtigen Meilenstein im Schutz uns anvertrauter Menschen vor sexualisierter Gewalt." Dafür hat der Kirchenkreisrat einen Handlungsplan verabschiedet, er hat unabhängige Beauftragte gefunden, an die man sich im Verdachtsfall wenden kann und darüber hinaus externe Fachberatung eingebunden. Witt kam auch auf den Umzug der Kirchenkreisverwaltung in Kiel zu sprechen. Seit wenigen Wochen ist diese im eigenen Gebäude am Sophienblatt 60 untergebracht. Den Mitarbeitenden sprach die Vorsitzende ihren Dank aus und kündigte eine große personelle Veränderung an: der Verwaltungsleiter Volker Moritz wird im kommenden Jahr in Ruhestand gehen, Gespräche um seine Nachfolge laufen.

Außerdem wies Witt die Synodalen nochmals darauf hin, dass vorerst keine freiwerdenden Pastorenstellen wiederbesetzt werden dürfen. "Wir freuen uns aber darüber, wie viele Menschen sich in den Gemeinden und Werken engagiert und tatkräftig auf diese wichtige Herausforderung einlassen, konstruktive Kritik üben, aber vor allem solidarisch und mit guten Ideen aufeinander zu gehen", sagte die Vorsitzende des Kirchenkreisrates. Hintergrund der Besetzungssperre: Die Nordkirche hat perspektivisch zu wenige Pastoren und möchte diese gleichmäßig verteilen.

Darauf reagiert der Kirchenkreis Altholstein mit einer neuen Pfarrstellenplanung, die der Synode im Sommer 2020 zur Beratung vorliegen soll. Schon seit geraumer Zeit loten die Kirchengemeinden dafür Kooperationen untereinander aus.

Trägerwechsel für Kitas in Neumünster

Der 1. Januar 2020 ist Stichtag für zwei evangelische Kindertagesstätten in Neumünster. Die Synode stimmte dem Antrag der Kirchengemeinden Einfeld und Andreas Tungendorf zu, ihre Einrichtungen in die Trägerschaft des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein zu überführen.