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Kindertagesstätten

Sternenmarsch und Gottesdienst für Kinderrechte

17.09.2019 | Rund 240 Kinder aus 16 evangelischen Kitas haben sich am Freitag, 20. September, in Kiel für Kinderrechte stark gemacht. Auf einem Sternenmarsch zogen sie gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Eltern durch die Stadt. Ziel war die Kirche St. Nikolai am Alten Markt, wo sie gemeinsam einen Gottesdiensten zu 30 Jahren Kinderrechten feierten.

Die Kitakinder bereiten Plakate für die Aktion zu Kinderrechten vor
Malen fleißig Plakate für Kinderrechte: Die Lütten aus der Kita Hoppetosse in Holtenau

"Man darf nicht gehauen werden", weiß Elias. Der 5-Jährige geht in die Evangelische Kita Hoppetosse in Kiel-Holtenau. "Man darf auch nicht kneifen, aber mein Bruder macht das trotzdem", meint die gleichaltrige Enna. Die Kinder ihrer Gruppe sind sich aber schnell einig, dass es bei den Kinderrechten nicht unbedingt um nervige kleine Geschwister geht. Das Recht auf Spielen finden sie wichtig, auch das Recht zu lernen und auf Mitbestimmung. Seit Wochen sprechen die Erzieherinnen mit den Lütten über die Kinderrechte, welche die Vereinten Nationen vor 30 Jahren aufgestellt hat.

Alle am Sternenmarsch teilnehmenden Kieler Kitas sind in Trägerschaft des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein. Ute Sündermann arbeitet für das Kindertagesstättenwerk im Zentrum kirchlicher Dienste (ZekiD) des Kirchenkreises und erklärt: "Wir glauben, das Gott jedes Kind wunderbar gemacht hat. Die Kinderrechte sind Teil unseres Menschenbildes und sie beeinflussen das pädagogische Konzept in unseren Kitas." Inzwischen sei es beispielsweise Alltag, dass die Kinder in den Kitas mitbestimmen, selbst Vertreter wählen, die dann mit den Erwachsenen verhandeln.

In der Praxis sieht das so aus: Die Kita Hoppetosse hat jetzt einen Beschwerdekasten. "Hier können Kinder Wünsche und Kritik loswerden", erzählt Kitaleiterin Katharina Bellerich. "Den werten wir regelmäßig aus, zusammen mit den Kindervertretern." Als Ergebnis wurde zum Beispiel ein besonderes Spielzeug angeschafft und jeden Donnerstag bestimmt eine Kitagruppe, was es zu essen gibt.

Erzieherin Lena Behrend betreut die Delphingruppe in der Holtenauer Kita: "Die Kinder lernen vor allem erst einmal, dass sie Rechte haben", erklärt sie die Arbeit der letzten Wochen. "Jetzt fordern sie auch schon mal ihr Recht auf Ruhe ein, wenn es ihnen beim Spielen zu laut wird". Das trügen die Kinder auch nach Hause: "Wir hatten schon Eltern, die sich plötzlich Diskussionen mit ihrer 5-jährigen Tochter stellen mussten, das kam aber durchaus positiv an", ergänzt sie schmunzelnd.