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Siegel des Kirchenkreises Altholstein

 

 

Synode

Volles Programm zum Abschied

30.11.2017 | "Ich bin heute ein bisschen frech. Das ist meine letzte Sitzung, ich darf das", scherzt Präses Ina Koppelin. Rickling, Fichtenhofsaal des Landesvereins für Innere Mission, zum letzten Mal in dieser Legislaturperiode ist am Mittwoch die Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein zusammengekommen.

Obwohl auch ein Hauch von Wehmut in der Luft hängt: die Kirchenparlamentarier arbeiten gewohnt konzentriert und diskutieren sachlich. Wobei es bei den Haushaltberatungen kaum Diskussionsstoff gibt. Von sieben Prozent mehr an Kirchensteuerzuweisungen geht der Plan für 2018 aus. "Alles sauber durchfinanziert, keine Risiken", stellt Kirchenkreisratsmitglied Matthias Gemmer fest. Finanzausschussvorsitzender Pastor Christian Dahl dankt allen Kirchensteuerzahlern und weist auf einen Schwerpunkt im umfangreichen Zahlenwerk hin: "Wir geben im Kirchenkreis mehr als 2 Millionen für die Kindertagesstätten aus, denn Kitaarbeit ist klasse!" Das scheinen die Synodalen ähnlich zu sehen, nicht eine Gegenstimme gibt es bei der Abstimmung zum Haushalt.

Dem Wechsel dreier Kindertagesstätten aus der Trägerschaft von Kirchengemeinden ins Kindertagesstättenwerk Altholstein stimmen sie ebenso mit großer Mehrheit zu. Dieses ist vom 1. Januar an nun für die Einrichtungen in der Kirchengemeinde Bokhorst zuständig, sowie für die Kitas der Kirchengemeinden Bugenhagen (Neumünster) und Trinitatis (Kiel). Dadurch werden diese Kirchengemeinden von administrativen Aufgaben entlastet, bleiben aber weiter für das religiöse Profil am Ort zuständig.

Weichen für die Zukunft stellt die Synode außerdem mit einem Pröpstewahlauschusses. In Kiel hört Ende Mai 2018 Propst Thomas Lienau-Becker auf, dieses Gremium soll Bewerbungen sichten und eine geeignete Nachfolge für dieses Amt vorschlagen. In geheimer Wahl werden dafür bestimmt: die Ehrenamtlichen Ina Koppelin, Matthias Gemmer, Arne Gattermann und Kirsten Kock, die Pastoren Elvira Schlott (Schönkirchen) und Sascha Lohmann (Kronshagen) sowie als Vertreterin der Mitarbeitenden die Diakonin Iris Bendzuk.

Noch vor Weihnachten soll der Pröpstewahlausschuss seine Arbeit aufnehmen, die Wahl durch die Synode ist im Frühjahr 2018 vorgesehen. Und so hält Propst Thomas Lienau-Becker in Rickling seinen letzten Bericht als Vorsitzender des Kirchenkreisrates. Darin verweist er darauf, dass es schon jetzt deutlich schwieriger geworden sei, vakante Pastorenstellen zu besetzen und sich das in Zukunft eher verschärfen werde. Zudem müsse die Kirche verstärkt ihre Mitarbeitenden fördern. Verschiedene Schritte sind im Kirchenkreis Altholstein bereits auf den Weg gebracht, etwa Maßnahmen für ein alter(n)sgerechtes Arbeiten oder ein Pilotprojekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Diese Themen stoßen bei den Synodalen auf große Resonanz, etliche Stimmen wünschen sich, ihre Nachfolger im Kirchenparlament mögen sich intensiv damit auseinandersetzen.

Dabei kann sich die Arbeitsbilanz der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode durchaus sehen lassen. In einem Talk lässt NDR-Radioredakteur Sven Radestock (und Synodaler) mit Synodenmitgliedern die zurückliegenden achteinhalb Jahre Revue passieren. Stichworte sind unter anderem die Gründung des Zentrums kirchlicher Dienste, die Anstrengungen für den Klimaschutz oder das gelungene Zusammenwachsen der ehemaligen Kirchenkreise Kiel und Neumünster zu Altholstein.

Jeder Synodale erhält am Ende der Sitzung ein Heft, welches auf die 32 Sitzungen dieser Amtszeit zurückblickt und einen eigens gestalteten Kugelschreiber für unzählige Stunden ehrenamtlichen Engagements. Langanhaltender Beifall begleitet die Verabschiedungen von Rudolf Görner (Kiel), der seit 1979 dem Gremium angehört, und von Wolfgang Keuffel (Hentstedt-Ulzburg), der sich seit 1978 in die Synode eingebracht hat. Die beiden Männer stehen stellvertretend für langjährige Mitglieder, die jetzt ausscheiden.

Viel Applaus gibt es ebenfalls für das Synodenpräsidium, verbunden mit dem großen Dank aller Mitglieder. Diesen Dank gibt Synodenpräses Ina Koppelin gleich zurück und hebt noch einmal den "fairen und sehr guten Stil" der vielen Sitzungen hervor.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Ricklinger Dorfkirche geht die letzte Sitzung dieser Altholsteiner Synode schließlich würdig zu Ende.