Da ging er in sich und der Verlorene wurde gefunden
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von Pastor Paul Timmermann, Kirchengemeinde St. Johannis Brügge
Da ging er in sich und der Verlorene wurde gefunden Im Evangelium dieses Sonntags hören wir von einem, dem es zu Hause nicht reicht. Die Routinen, die Aufgaben, das Leben, wie es ist. Sein Vater zahlt ihm das Erbe aus, und der Sohn zieht fort, um so zu leben, wie er es sich immer erträumt hat.
Ein Teil dieses Traums ist mir nicht fremd. Nicht mehr arbeiten müssen, tun und lassen, was ich will. Unsere Tagträume haben allerdings eine Eigenart. Sie blenden die Konsequenzen aus. Nicht jeder Traum ist alltagstauglich, und nicht jeder Traum gibt dem Leben auf Dauer Sinn.
Auch der Sohn im Evangelium merkt das, als das Geld weg ist und er ganz unten ankommt. Der entscheidende Satz der Geschichte lautet: „Da ging er in sich.“ Er läuft nicht sofort zurück. Er flieht nicht weiter. Er bleibt stehen und begegnet sich selbst. Zum ersten Mal erkennt er, dass seine Vorstellungen vom Leben Illusionen waren.
Seine Rückkehr ist deshalb mehr als Heimkehr. Es ist eine Rückkehr zu seiner eigentlichen Bestimmung. Und erstaunlich ist, dass der Vater keine Bedingungen stellt. Er übergibt ihm den Siegelring, ein Zeichen von Vertrauen und Vollmacht. Ausgerechnet dem, der schon alles verspielt hat.
Diese Geschichte ist so spektakulär, dass sie ein Beitrag in der Zeitung wert ist. Und das Evangelium erzählt sie als Glaubenszeugnis. Mein Leben kann neu werden, auch heute. Es wird neu, wenn ein Mensch den Mut findet, in sich zu gehen und hinzuhören.
