Danke, Gott

Pastorin Marion Hild

© Stefanie Rasmussen-Brodersen


Neulich, als ich Gott traf, schenkte er mir eine Handvoll saftiger Brombeeren. „Wie lecker!“, seufzte ich mit blauen Lippen. Daraufhin bot Gott mir einen Apfel an. „Wie knackig!“, lobte ich und biss hinein. Möchtest du ein paar Pflaumen?“, fragte Gott. „Himmlisch“, stöhnte ich und leckte den Saft von meinen Fingern. Lächelnd wies Gott mich auf die Birnen hin und zeigte mir die vielen Pilze im Wald. Auf dem Weg pflückte ich noch ein paar Nüsse in die Tasche.

„Kartoffeln, Karotten, Kürbisse…. Ich liebe den Ernte-Herbst! Ich finde, das ist eine deiner großartigsten Ideen!“, jubelte ich, mit den Füßen im bunten Laub. Gott sagte bescheiden: „Ja, das klappt jedes Jahr wieder gut. Magst du etwas Rote Bete?“

„Und weißt du, was ich noch eine gute Idee von dir finde? Sonnenaufgänge. Oder Sonnenuntergänge? Jedenfalls: toll!! So leuchtend, so bunt, so wundervoll!“, schwärmte ich. „Obst, Gemüse, Sonnenuntergang? Ist das deine Hitliste meiner Schöpfung?“, wollte Gott wissen. „Ist noch nicht vollständig“, nuschelte ich mit vollem Mund (noch mehr Pflaumen). „Wasser. Als Bach oder See oder Meer… und Wälder, ich liebe Wälder! Wolken! Blumen! Ich liebe deine Schöpfung, danke Gott!“, rief ich voller Begeisterung.

„Ich liebe meine Schöpfung auch.“, versicherte Gott. Dann breitete sie die Arme aus und nahm alle Schöpfung darin auf. Licht und Dunkel, Sonne, Mond und Sterne, Land und Meer, alle Pflanzen und alle Tiere. Und auch die Menschen fanden ihren Platz. Und siehe, es wurde sehr gut.