Das geheime Weihnachtszimmer
© Stefanie Rasmussen-Brodersen
von Pröpstin Simone Pottmann
Bei uns zu Hause war das Weihnachtszimmer vor dem Heiligen Abend von einem Geheimnis umgeben. Hinter der verschlossenen Tür konnten wir mit Glück einen Schimmer oder eine Bewegung erahnen und die Vorfreude auf den Lichterglanz und die Herrlichkeiten am Weihnachtsabend war groß!
Weihnachten ist mit vielen schönen Traditionen verbunden. Die Weihnachtsbäckerei, der festliche Schmuck, gutes Essen, besondere Musik und die Weihnachtsmärkte prägen das Fest und sind bedeutsam. So wie die roten Kugeln am Christbaum ein Zeichen für das Paradies sind und die Kerzen ein Symbol für das Licht Gottes, so ist die geheimnisvolle Atmosphäre ein Zeichen für das Geheimnis Gottes, das wir an Weihnachten feiern!
Die Weihnachtsbotschaft besagt, dass Gott Mensch wird und als Kind in der Krippe hineinkommt in unsere Welt. Er kommt in eine Welt, die im zurückliegenden Jahr vom andauernden Krieg in der Ukraine, von Terror und Gewalt an vielen Orten dieser Erde, von Sorgen um die Zukunft und um den Zusammenhalt in unserem Land geprägt war. Wir feiern Weihnachten in einer Zeit, in der wir um Frieden und um Menschlichkeit ringen.
Schon lange stehe ich nicht mehr als Kind vorm Weihnachtszimmer. Und doch spüre ich den Zauber und die Kraft dieses Festes, ich sehe die Mühe, die wir uns machen, höre die alten Worte der Bibel und lasse mich aufs Neue daran erinnern, dass das Kind in der Krippe vom Geheimnis Gottes zeugt. Gott begegnet uns in diesem schutzlosen Kind mit einer Größe und Allmacht, die mich in der Tiefe berührt. Er schenkt sich uns in seinem Sohn als Zeichen für seine Liebe, für Versöhnung und für Hoffnung. Die geheimnisvolle Gegenwart Gottes wird real, wie ein Raum, in den wir eintreten und in dem wir leben können.
Ich wünsche Ihnen und dieser Welt ein hoffnungsfrohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
