Eine göttliche Brotdose

Pastorin Janika Frunder

© Stefanie Rasmussen-Brodersen

von Pastorin Janika Frunder, Kompass-Kirchengemeinde


Eine Käsestulle, Gurke und Tomaten, manchmal auch ein paar Bonbons zum Teilen mit den Freundinnen. So fülle ich jeden Morgen die Brotdose für mein Schulkind.

Nicht nur Schulkinder brauchen eine Stärkung, sondern auch Propheten, so wie Elia damals in der Wüste. Eben noch Überflieger, Super-Prophet und mit Leib und Seele unterwegs im Auftrag des Herrn. Und dann: Aus die Maus. Er kann nicht mehr. Ausgebrannt und leer. Da ist nichts mehr übrig von dem Feuer, das ihn angetrieben hat.

Er legt sich unter den Ginsterbusch und will am liebsten sterben. Solche Momente gibt es im Leben. Sich verkriechen und am liebsten unsichtbar sein. Aufstehen geht nicht. Weitermachen geht nicht. Keine Kraft mehr.

Aber es kommt ein Engel zu Elia und bringt ihm geröstetes Brot und Wasser. Himmlische Speise in der Wüste. Elia will nicht – oder kann nicht. Aber der Engel bleibt hartnäckig: „Steh auf und iss!“ Es ist gut, jemanden an der Seite zu haben, der nicht aufgibt, wenn man sich selbst schon aufgegeben hat.

Ich wünschte, jeder bekäme so eine himmlische Brotdose, wenn es ihm schlecht geht. Was würde Gott da für dich reinlegen? Milchreis oder dunkle Nuss-Schokolade? Vielleicht eine Portion Pommes? Und ein Zettelchen mit Gottes geschwungener Schrift: „Ich bin da!“ oder „Fürchte dich nicht!“

Steh auf und iss! Ein Schritt nach dem anderen. Das reicht für einen Neuanfang.