"Es ist vollbracht!"
© Jürgen Schindler
von Pröpstin Simone Pottmann
Das sagte Jesus am Kreuz. Mit diesen Worten bekommt sein grausamer Tod eine hoffnungsvolle Bedeutung: Der Mensch Jesus von Nazareth wird durch Kreuz und Tod hindurch der Christus Gottes.
An Karfreitag lassen wir uns erinnern an Leid und Tod. Wir spüren, wie fragil unser Leben ist und wie bedrängend die Fragen nach menschlicher Schuld. Es heißt, dass Jesus alle Schuld auf sich nimmt und uns erlöst. Das verlangt nach einer Erklärung.
Jesus hat auf eine Weise von Gott und vom Himmelreich gesprochen, die den Menschen große Hoffnung gegeben hat. Viele hatten sich ihm angeschlossen. Anderen wurde gerade diese Hoffnung zum Ärgernis. Im Moment der Kreuzigung schien das alles in sich zusammenzustürzen.
Durch sein Wort „Es ist vollbracht“ gibt Jesus seinem Ende einen tieferen Sinn. Sein Leben und sein Sterben stehen nicht im Widerspruch zueinander. Er war die ganze Zeit auf dem Weg nach Golgatha und trug das Kreuz. Das ist die tiefe Bedeutung dieses Tages: Gott teilt in seinem Sohn Jesus unser Schicksal. Er teilt Liebe und Glück, aber auch Verzweiflung, Leid und Tod, sogar Schuld. Und er schenkt uns eine Hoffnung, die über alles hinausreicht. So gibt er Antwort auf elementar wichtige Fragen: Was bedeutet mein Leben, was wird einmal damit?
Zu Recht erwarten wir vom Glauben eine Antwort auf die Grundfragen unseres Lebens. Die Frage nach Tod und Leben und dem Sinn des Lebens geht alle an. Es ist eine Menschheitsfrage.
Jesus bietet eine Antwort, die Grenzen überwindet.
Damals richteten sie das Kreuz auf. Es sollte sein Ende sein. Aber Gott hat einen anderen Plan. Jesus wird den Tod überwinden. Er wird leben. Und wir werden in ihm das ewige Leben finden. In der Dunkelheit des Abschieds deutet sich schon das Licht des Ostermorgens an. So wird das Kreuz zum Zeichen der Hoffnung.
