Frieden beginnt bei mir und dir

Pastorin Wiebke Ahlfs

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„Frieden – wie sehne ich mich danach!“, sagt die ältere Dame zu mir. Sie schüttelt den Kopf, als sie auf die Zeitung mit dem Ergebnis der Europa-Wahl zeigt. „Lernen wir Menschen denn niemals dazu?“ Ihre Stimmt klingt verzweifelt. „Aber ich bin ja auch nicht besser,“ stellt sie auf einmal fest. „Meine Bettnachbarin hat mich so genervt mit ihren lautstarken Telefonaten, dass ich sie total angemeckert habe. Richtig war das nicht. Wenn ich es noch nicht einmal schaffe, mit den Menschen in meinem direkten Umfeld freundlich umzugehen, wie soll das dann im Großen gehen?“ Tränen kullern über ihr Gesicht.

Frieden ist ein Wunsch. Und es ist eine Haltung. Die ältere Dame ist auf ihre Bettnachbarin zugegangen und hat sich entschuldigt. Sie ist ausgebrochen aus dem Kreisen um sich selbst. Sie hat erkannt: Ich bin nicht alleine. Mein Recht endet dort, wo das Recht der anderen beginnt. Wir leben in einer Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft funktioniert dann gut, wenn wir aufeinander achten. Uns wahrnehmen. Aktiv am Frieden mitwirken.

Das ist nicht immer leicht. Die Meinungen sind so divers wie wir Menschen. Doch eins haben wir alle gemeinsam, davon bin ich überzeugt: Wir möchten in Frieden leben. Also lassen Sie uns anfangen! Starten wir mit der La-Ola-Welle des Friedens in unserem direkten Umfeld, auf dass sie sich ausbreite über die ganze Welt. Eine Utopie? Eine Möglichkeit.