Hoffnung
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von Pastorin Wiebke Ahlfs, Klinikseelsorge Städtisches Krankenhaus Kiel
„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben!“ Ich mag dieses Lied. Es macht mich immer fröhlich. Der Lieddichter Paul Gerhardt, dessen 350. Todestag wir im Mai begehen, beschreibt die Natur als Schöpfung und Gabe Gottes. Es grünt und blüht. Alles ist wunderschön. Heile Welt.
Dabei ist das Leben aktuell alles andere als fröhlich. Überall Leid, Katastrophen, Kriege. Menschen, die einander schlimme Sachen antun. Menschen, die Demokratien aushebeln. Menschen, die ihren Egoismus ausleben auf Kosten anderer. Menschen, die es in Kauf nehmen, dass andere leiden und sterben. Es ist zum Heulen. Es scheint, als käme der Liedtext aus einer anderen Welt, in der alles schön, heil und friedlich war. Doch das ist nicht so. Paul Gerhardt schrieb das Lied kurz nach dem Ende des 30jährigen Krieges. Während um ihn herum alles in Schutt und Asche lag und die Menschen dahinvegetierten, betonte er: Geh aus all diesem Elend heraus. Lass dich davon nicht gefangen nehmen. Schau nach vorne: Einst wird uns ein noch viel prächtigerer Garten erwarten!
Es schwingt Sehnsucht in seinen Versen. Sehnsucht nach Schönheit, nach Zukunft, nach Heil. Und die Gewissheit, dass Gott es gut meint mit uns Menschen. Mögen Paul Gerhardts Verse uns Kraft schenken für uns, unser Tun und unser Lassen. Denn: Das Leben siegt. Gott hat es uns versprochen.
