Lebensverändernd!
© Jürgen Schindler
von Pastor Maximilian Kröger, Klosterkirchengemeinde Bordesholm
„...So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ – Es ist ein Briefausschnitt, der das Leben eines von Angst bestimmten Menschen vor über 500 Jahren revolutionär ändert. Ist Gott nicht gnädig mit mir? Wie fühle ich mich geliebt und angenommen? Das war die große Frage Martin Luthers, als seine Augen an den Worten des Apostels Paulus in dessen Brief an die Römer hängen bleiben. Ein lebensverändernder Moment im Leben des jungen Luthers. Mit weitreichenden Folgen nicht nur für ihn. Und wie lebensverändernd ist Luthers Entdeckung heute noch? Viele Menschen fragen inzwischen nicht mehr nach einem gnädigen Gott. Wie wir mit unseren Ängsten umgehen können, bleibt jedoch das große Thema.
Wir haben Angst, hinter all den ausgesprochenen und unausgesprochenen Normen zurückzubleiben. Wir haben Angst, Fehler zu machen. Wir haben Angst, unsere Arbeit zu verlieren. Wir haben Angst vor den Rechten. Wir haben Angst vor den Linken. Wir haben Angst, abgestempelt zu werden. Wir haben Angst vor Ausgrenzung. Wir haben Angst vor Veränderung. Wir haben Angst vor Stillstand.
Unsere Angst wächst in Zeiten, in denen wir meinen, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Und gleichzeitig haben wir Angst vor der Zukunft. Und was machen wir mit unserer Angst? Was brauchen wir?
Ich glaube, ein Anfang wäre Vertrauen, das die Ambivalenzen des Lebens aushält. Vertrauenswürdige Annahme mit Worten voller Trost: „So wie du bist, bist du genau richtig. Und wunderbar vollkommen – auch mit all deinen Ängsten. Bei mir hat alles seinen Platz – Das Schöne wie das Unvollkommene.“ Nehmen Sie diese Worte mit. Sie sind ein Geschenk an Sie.
