Liebe ohne Leiden

Almut Witt

© Anna Leste-Matzen

von Pröpstin Almut Witt, Propstei Nord


 „Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden“, dieses Lied von Udo Jürgens geht mir in diesen Tagen immer wieder durch den Kopf. Und ich höre es mit ganz gemischten Gefühlen. Es ist schon bewegend, wenn er es gemeinsam mit seiner Tochter Jenny singt. Und ich kann den Wunsch verstehen. Und doch denke ich: Liebe ohne Leiden gibt es nicht. Auch der weitere Wunsch, „und Glück für alle Zeit“, ist kaum zu verwirklichen.

Karfreitag feiern wir in unseren Kirchen. Es ist ein Tag, an dem Liebe und Leiden zusammenfällt. Gott liebt unsere Welt und nimmt daher ein großes Leid auf sich. Jesus selbst hat die Menschen geliebt und geht daher dem Leiden und schließlich dem Tod nicht aus dem Weg.

Wer liebt, erfährt, dass Liebe und Leiden kaum voneinander zu trennen sind. Wer liebt, macht sich selbst verletzbar. Wer liebt, hat oft auch Angst um einen geliebten Menschen, vom Kleinkind an bis zum erwachsenen Menschen. Liebe und Leiden sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Sowie auch Leben und Tod zusammengehören.

Wie gut, dass wir im Leben und im Tod nicht allein sind, so glaube und vertraue ich fest. Und so kann ich gut einstimmen in die Worte von Udo Jürgens: „Ich wünsch dir eine Hand, die deine hält. Und dass dir nie die Hoffnung fehlt!“. Dies wünsche ich uns allen.