Mein Vorsatz: Bessere Vorsätze
© Stefanie Rasmussen-Brodersen
von Pastor Björn Severin | Andreasgemeinde Wellingdorf (Kiel)
Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt. Und? Stehen die guten Vorsätze noch?
Ich kenne das auch von mir selbst: An Silvester hochmotiviert und voller guter Vorsätze, vielleicht auch die ersten Tage noch, aber dann? Jetzt aufstehen und zum Sport gehen? Und eigentlich wollte ich ja auf Schokolade verzichten, aber so ein kleines Stück kann doch nicht schaden. Oft bekommen wir dann ein schlechtes Gewissen, weil wir nicht durchgezogen haben. Aber vielleicht ist auch ein lustvolles Scheitern, ein Nichtdurchziehen, ein Gegenpol zu dem Leistungs- und Optimierungsdruck der Gesellschaft, mal nötig.
Ich finde so einen Gegenpol auch im Glauben. In der Bibel ist zu lesen, die Welt sei wunderbar gemacht. Das schließt uns mit ein. Vor Gott brauchen wir keine Optimierung, denn für Gott sind wir so in Ordnung, ganz unabhängig von der Zahl auf der Waage oder auf dem Konto. Da zählt eher, wie ehrlich und authentisch wir uns selbst und anderen gegenüber sind. Vielleicht ist das auch eine Art, die Vorsätze zu drehen. Nicht weniger von diesem oder jenem, sondern mehr von dem anderen. Mehr Wahrhaftigkeit. Mehr Ruhe. Mehr Pausen. Mehr bewusstes Leben.
So kommen wir uns selbst noch viel näher. Ob mit oder ohne gute Vorsätze: Ich wünsche uns allen ein gesegnetes neues Jahr 2025!
