Nestbau für Weihnachten
von Pastor Hajo Peter, Johannes-Kirchengemeinde Neumünster
Wenn die Geburt eines Kindes sich für ein Paar zu nahen beginnt, setzt irgendwann die Zeit ein, wo der „Nestbau“ für den neuen Erdenbürger beginnt. Schön soll es sein im neuen, ersten gemeinsamen Zuhause. Und natürlich darf es an nichts Wichtigem fehlen. Denn das erste Zeichen der Zuneigung und Liebe für „unser Kind“ beginnt mit diesem Sich-Vorbereiten und dem spannungsvollen Warten, wann es endlich so weit ist.
Und gibt es da nicht verblüffende Parallelen zu dem, was wir alle in diesen Tagen des Advents tun? Wir bereiten die Geburt eines Kindes vor, dessen Stichtag allerdings allseits bekannt ist: der 24. Dezember. Dann ist es soweit. Aber bis dahin sind auch wir alle Jahre wieder geschäftig beim…? Ja, wobei eigentlich? Beim Nestbau für das Kind, das da kommen soll? So würde man es bei einer anstehenden Geburt doch eigentlich erwarten? Oder richtete sich die Aufmerksamkeit gar nicht mehr vor allem auf dieses Kind und das, was es braucht, um sich mit Liebe und Zuneigung empfangen und wertgeschätzt zu wissen? Sind uns unsere eigenen Bedürfnisse wichtiger geworden als die des Kindes, dessen Geburt wir jedes Jahr so aufwendig feiern?
Könnte Advent als Nestbauzeit für das Jesuskind und den Gottes-Sohn, der zu uns kommen will, nicht heißen, sich noch einmal ganz neu zu fragen, was diesem Kind, diesem besonderen Kind, wichtig wäre, damit die Liebe Gottes, die es uns bringen will, auch in uns und durch uns zur Welt kommen kann? „Wir müssen die Herzen schmücken. Und nicht die Wände mit Licht erfüllen. Denn in jedem Raum da innen soll es Weihnacht werden. Vielleicht, dass wir dann unterm Tannenbaum nicht nur Geschenke finden, sondern das wahre Licht der Weihnacht schauen.“ So heißt es in einem Adventsgedicht von Anke Maggauer-Kirsche. Und so wünsche ich es uns.
