Über die Schwelle
von Pastorin Simone Bremer, Vicelin-Kirchengemeinde Neumünster
Eine Tradition zur Hochzeit ist es, die Braut über die Schwelle des Hauses zu tragen. Es ist ein symbolischer Akt, denn natürlich könnte sie die kleine Stufe selbst überwinden. Deutlich soll werden, dass ab nun ein neues Leben beginnt. Was bisher war, wird nun auf jeden Fall anders werden. Das frisch vermählte Paar schaut natürlich zuversichtlich in ihre Zukunft. Sie genießen ihr Glück und vergegenwärtigen sich erst später, dass alles vor der Schwelle sie geprägt hat und sich auch nach der Schwelle auswirkt.
Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Heute um 0.00 Uhr übertreten wir sie; allein, mit Freund *innen, mit der Familie, auf einer öffentlichen Party. Meist ist es ein fröhlicher, beschwingter Übertritt. In 2024 gab es viele Anlässe, die wir gern hinter uns lassen. Und doch gehen sie mit, beeinflussen unser Verhalten auch 2025.
„Prüft alles und behaltet das Gute.“ Dieser Satz aus der Bibel, den Paulus vor vielen Jahren den Menschen in Thessaloniki schrieb, ist zu einer goldenen Regel eines verantwortlichen Lebens geworden. Am Altjahresabend, an Silvester ist es gut zu prüfen, was gewesen ist, und das Gute mitzunehmen in das neue Jahr. Mit dieser kleinen persönlichen Bilanz lassen wir uns über die Schwelle tragen. Ein gesegnetes Neues Jahr!
