Verloren und gefunden

Pastorin Maike Windhorn-Stolte

© Stefanie Rasmussen-Brodersen

von Pastorin Maike Windhorn-Stolte, Kirchengemeinde Bugenhagen Neumünster


Acht Nächte war sie weg. Überall haben wir gesucht, Zettel aufgehängt, Suchmeldungen aufgegeben. Unsere Katze, ein 2,5 Kg leichtes Tierchen: fast hatten wir sie aufgegeben. Und dann fanden liebe Menschen sie beim Stadtwald. Unsere Freude war riesig. Dabei ist sie kein einfaches Tier, mit bewegter Vergangenheit und scharfen Krallen und Zähnen. Liebe fragt nicht danach, es ist einfach so.

So ähnlich stelle ich es mir auch mit Gott vor. Er hat uns geschaffen, doch einfach sind wir Menschen ja nun nicht. Sehr vielschichtig, mit erheblichem Aggressionspotential, und das wohl schon (fast) von Anfang an. Und Gott? Gibt seine Menschen nicht auf, sucht immer wieder. Schließlich sendet er seinen Sohn – damit die Liebe gewinnt und die Mächte des Todes, alles Böse und Dunkle, verlieren. Ein für alle Mal. Es ist Liebe. Sie fragt nicht, ob es sich lohnt. Sie fragt nicht einmal, ob der Mensch nun besser wird. Aber Gott findet es lohnend, das ist entscheidend.

Jetzt zu Himmelfahrt schließt sich der Weg von Jesus auf der Erde. In manch alter Kirche findet sich dafür das Bild einer Wolke, aus der noch die Füße herausschauen. Jesus kehrt zu Gott zurück, er geht endgültig. Doch nicht ohne uns seinen Geist zu versprechen. Jesu Liebe bleibt, sie verbindet ihn auch weiterhin mit seinen Menschen. Und auch das ist Liebe: Getröstet zu werden. Weitergehen zu können auf gutem Weg. Im Vertrauen, nicht allein zu sein, sondern beschützt und geborgen.

Unsere Katze hat sich übrigens gut erholt, etwas schwierig ist sie immer noch – nur das Loch hinten im Zaun haben wir geschlossen.