Warum ist es so still?!?

Johannes Hacker

© Jürgen Schindler

von Pastor Johannes Hacker Luther-Kirchengemeinde, Neumünster


Eines ist charakteristisch für den Norden. An der Küste noch mehr als im Innenland. Es ist der Wind. Wenn wir etwas haben, dann ist es Wind. Ob als seichte Brise oder Sturm, fast immer weht er uns ums Gesicht. Und es fällt auf, wenn wir Tage erleben, an denen kein Wind weht. An heißen Tagen ist er erfrischend. Viele Wassersportler machen sich den Wind zu nutzen, genauso wie die Energiebetreiber. So ist der Wind für viele eine Freude.

Aber natürlich kennen wir auch die andere Seite. Die schweren Stürme, die das Wasser aufs Land drücken oder ganze Bäume umknicken.

„Der Wind weht wo er will.“ Diesen Satz sagte einmal Jesus zu einem gelehrten Juden namens Nikodemus. Damit spielte Jesus zugleich auf den Geist Gottes an. Denn in der jüdischen Sprache ist das Wort für „Wind“ dasselbe wie für „Geist“. Der Geist Gottes weht wo er will. Wir können ihn nicht sehen, aber an seinen Auswirkungen in uns und anderen erkennen und spüren. In der vergangenen Woche haben wir Pfingsten gefeiert. Das Fest des Heiligen Geistes. Seit dem ersten Pfingstfest verbindet der Heilige Geist uns Christen mit Gott und miteinander. Der Heilige Geist ist es, der mündige Christen inspiriert und damit ihr Herz mit Frieden, Freude und Liebe erfüllt. Der Heilige Geist ist es, der uns gewiss macht, dass „Gott die Welt so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16). Der Heilige Geist wirkt Glauben und macht Kirche lebendig. Und es fällt auf, wenn es windstill ist.

Ja, der Wind weht, wo er will. Aber er lässt sich in unser Leben einladen, wie es im alten Kirchenlied heißt: O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.