
Pastor Jonas Grabbet ist leidenschaftlicher Fußballfan, schon von Kind an. Als Linksverteidi-ger hat er in Neumünster für den SV Tungendorf gekickt. Heute fiebert er bei Holstein Kiel mit und guckt sich Spiele von Kilia Kiel an. Eben will er noch los zum Kiosk und sich das neue Kicker-Sonderheft besorgen. Dann ist Anpfiff zum Gottesdienst in der Petruskirche im Kieler Stadtteil Wik. Dort ist Jonas Grabbet (32) nämlich neuer Pastor der Ev.-Luth. Apostelkirchengemeinde.
Wie beim Fußball sieht sich Grabbet auch in der Kirchengemeinde als Teamplayer. „Es gibt hier unglaublich viele aktive Ehrenamtliche. Ich sehe es als meine Aufgabe, sie zu bestärken, zu supporten und auch mal Rückmeldung zu geben“, sagt der Pastor. Klar feiere er auch supergerne Gottesdienste und bringe viele Ideen mit. „Aber nun geht es erst einmal darum zu gucken, wo der Herzschlag und die DNA der Gemeinde sind“, erklärt der Mannschafts-Neuzugang.
Sein Wunsch ist, dass die Apostelkirchengemeinde über die Petruskirche hinaus in die Nachbarschaft und die Wik strahlt. Sie soll ein Ort der Begegnung sein, wo jeder willkommen ist: gerade dann, wenn die Gesellschaft auseinanderdriftet und sich Menschen einsam fühlen. „Kirche sollte vor allem für die da sein, die noch nicht da sind“, betont der Theologe.
Zusammen mit ihm nach Kiel sind seine Frau und seine beiden kleinen Kinder gezogen. Noch vor dem Fußball ist seine Familie seine größte Leidenschaft. Zusammen haben sie schon einige Ecken der Landeshauptstadt erkundet. „Wir waren bei den Seehunden, am Strand, sind Fahrrad gefahren. Kiel ist für Familie richtig toll.“ Er selbst joggt zwei bis drei Mal die Wo-che durch die Stadt, träumt davon, irgendwann mal wieder einen Halbmarathon zu laufen.
Die Apostelkirchengemeinde ist Grabbets erste eigene Stelle. Davor hat er im Pfarrteam als Pastor im Probedienst in Siegen gearbeitet. „Das war eine Kirchengemeinde mit 12.000 Mitgliedern und die Menschen dort haben das Herz am richtigen Fleck. Ich habe in Siegen eine wahnsinnige Wertschätzung erfahren und bin dankbar dafür, wie viel ich dort lernen durfte.“
Auch heute müsse er noch vieles lernen, er habe nicht den Anspruch, perfekt zu sein. Überzeugt ist er hingegen von seinem Auftrag, als Pastor und Christ den Glauben zu leben: „Wir haben die beste Botschaft der Welt: die Liebe Gottes, wie sie sich in Jesus Christus gezeigt hat.“
,


