
Mit der Hilfe beim Zurückschneiden der Bäume rund um die Bokhorster Kirche fing sein Ehrenamt an. Zwei Jahrzehnte später nennt man ihn schon mal „Mr. Friedhof“: Ernst-August Siebke aus Schillsdorf erhält für sein ehrenamtliches Engagement das Ansgarkreuz des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein. Pröpstin Simone Pottmann überreicht ihm die Auszeichnung im Erntedankgottesdienst am Sonntag, 4. Oktober, um 10 Uhr in der Heiligen-Geist-Kirche in Bokhorst.
Vorgeschlagen für die Ehrung hat ihn die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bokhorst. Seit 2008 gehört der 76-Jährige dem Kirchengemeinderat an. Heute ist Siebke unter anderem im Besuchsdienst aktiv und organisiert den Fahrdienst, wenn Menschen zum Einkaufen oder zum Arzt gebracht werden müssen. Auch die Arbeit im Bauausschuss gehört zu seinen Aufgaben. Für die Festtagsgottesdienste kümmert er sich um Erntekrone und Weihnachtsbaum. Zu den Mitarbeitenden der Gemeinde hält er fast täglich Kontakt. „Hier in Bokhorst gibt es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, absolut, ja“, sagt der ehemalige Landwirt. Vor allem aber ist Siebke „Mr. Friedhof“. „Ohne ihn wäre unser Friedhof ein anderer, denn er widmet sich dieser Aufgabe mit viel Elan, Liebe und innovativen Ideen“, heißt es in der Begründung der Kirchengemeinde für die Ehrung.
Tatsächlich ist der Friedhof sein Revier. Siebke weiß, wer wo und wie lange begraben liegt, welche Stelle noch frei ist und wo gemäht oder geschnitten werden muss. Bei Bestattungen bleibt er meist im Hintergrund, achtet auf die Abläufe und gibt dem Küster ein Zeichen, wenn die Glocken verstummen müssen, damit die Pastorin zu hören ist. Mit den Hinterbliebenen sucht er zuvor die Begräbnisstelle aus. Dabei trifft er sich mit ihnen grundsätzlich zunächst an der Kirchentür. „Wir zünden immer zuerst eine Kerze für die Verstorbenen an“, erzählt Siebke. „Manche müssen dann einfach mal alles loswerden, das ist dann auch gut so.“
Da schwingt mit, was den Ruheständler bei seinem Engagement antreibt: „Da ist die Liebe zu Menschen“, sagt er. „Ich mag es, mit Menschen umzugehen, Verantwortung zu übernehmen. Und wir haben sehr viele Ehrenamtliche, die sich einbringen.“ Einige von ihnen hat Siebke selbst für die Mitarbeit gewonnen. Durch Vereine und Stammtisch ist er auch außerhalb der Kirchengemeinde sehr gut vernetzt. Seine Lebensgefährtin übernimmt regelmäßig den Dienst als Küsterin.
„Herr Siebke ist somit eine große ehrenamtliche Stütze unserer Kirchengemeinde. Für seine Arbeit können wir ihm gar nicht genug danken“, schreibt die Kirchengemeinde.
Mit dem Ansgarkreuz würdigt der Kirchenkreis Altholstein nun Ernst-August Siebkes langjäh-riges und vielseitiges Engagement. Benannt ist die Auszeichnung nach dem heiligen Ansgar, der als Mönch das Christentum in den Norden brachte.
Stefanie Rasmussen-Brodersen,


