Mareike, Daniel und Benjamin mit der Fahne von Papua-Neuguinea
© Stefanie Rasmussen-Brodersen
Mareike, Daniel und Benjamin mit der Fahne von Papua-Neuguinea

Reise nach Papua-Neuguinea

Pfadfinder aus Brokstedt besuchen Qembung-Seket.

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Sie nennen es selbst ein Abenteuer: Acht Christophorus-Pfadfinder aus Brokstedt (Kreis Steinburg) fliegen am 25. März für fast vier Wochen nach Papua-Neuguinea. In dem Land im Südpazifik treffen sie Kirchenvertreter und junge Leute, besuchen Einrichtungen der Evangelischen Kirche vor Ort und feiern gemeinsam Ostern. Sie wollen neue Freundschaften mit dem Kirchenkreis Qembung-Seket knüpfen. Aus Brokstedt verabschiedet werden sie in einem Gottesdienst am Sonntag, 15. März um 18 Uhr in der Kirche.

Die Reise führt die erwachsenen Pfadfinder zunächst in die Hauptstadt Port Moresby und dann zum Zielort, dem District Finschhafen an der Küste im äußersten Südosten. Sie sind zu Gast im evangelischen Kirchenkreis, besuchen unter anderem ein Camp junger Christen, eine Grundschule, ein Krankenhaus und eine Farm, auf der Vanillepflanzen per Hand bestäubt werden. Der Reiseplan führt sie auch zur nahen Tami-Inselgruppe im Pazifik. Dort werden die Norddeutschen vor Ort erfahren, wie der Klimawandel Inseln und Korallen gefährdet.

Zwei der Reisenden waren bereits einmal in Papua-Neuguinea. Unter ihnen ist der heute 22-jährige Student Benjamin Krieg. Seine Familie gehört zu der Gruppe von Schleswig-Holsteinern, die eine Zeit lang in dem Inselstaat gelebt und gearbeitet haben und sich dem Kirchenkreis Qembung-Seket verbunden fühlen. Nun soll dieser Kontakt durch die Pfadfinder erneuert und sozusagen verjüngt werden. In mehreren Vorbereitungstreffen haben die „alten Hasen“ ihr Wissen an die Pfadfinder weitergegeben. Benjamin selbst empfiehlt Mückenspray und Schnorchelbrille. „Ich freue mich am meisten auf die Menschen, die können sehr herzlich sein“, erklärt er.

Daniel Henderson (26) freut sich auf den Dschungel, der Hobbyfotograf begeistert sich für Pflanzen und Tiere. Bisher war er nur im europäischen Ausland unterwegs: „Ich möchte raus aus meiner Komfortzone, aus der eigenen Kultur. Ich hoffe, damit auch ein neues Verständnis für die Welt zu bekommen.“ Der wichtigste Programmpunkt sind deshalb die vielen Gespräche mit einheimischen Gruppen: sich kennenlernen, gemeinsam essen, Gottesdienste feiern, lachen und neugierig sein. Die Gruppe erfährt mehr über die Wirtschaft im Land und tauscht sich über die Rolle von Frauen und Männern, den Glauben, das Gesundheitssystem sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem Leben ihrer Gastgeber aus. „Wir erleben immer mehr, wie die globale Gesellschaft auseinanderdriftet“, findet Benjamin. „Umso wichtiger ist so ein Zusammenkommen, um zu lernen und Verständnis füreinander zu bekommen.“

Für einen Teil der Reise müssen die Christophorus-Pfadfinder Brokstedt e.V. selbst aufkommen, ein anderer Teil wird durch verschiedene Fördergelder finanziert. Der Aufwand ist groß, denn Papua-Neuguinea ist kein bequemes Reiseziel. Impfungen gegen Typhus, Hepatitis, Cholera und weitere Krankheiten haben alle Reisenden bereits hinter sich, ein großer Rucksack zur medizinischen Versorgung muss mit. Kriminalität und Korruption gelten in dem Land als hoch, Strom und Wasser sind nicht selbstverständlich. Dazu kommen heiße Temperaturen, tropisches Klima sowie die Strapazen einer rund 30-stündigen Reise mit insgesamt vier Flügen pro Strecke.

Mareike Hamann ist mit 19 Jahren eine der Jüngsten der Gruppe. Sie will die Reise genießen, ist sich der Umstände aber bewusst. „Ja, ich habe schon Respekt. Aber wir sind nie ohne Begleitung unterwegs. Und wann bekomme ich wieder die Chance, ein Land, das so weit weg ist, wirklich kennenzulernen?“

Am 22. April sollen die Pfadfinder wieder zurück in Brokstedt sein. Bis dahin wird nicht nur Hobbyfotograf Daniel jede Menge Eindrücke gesammelt haben. Seine Kamera will er überall dabeihaben: „Weil ich alles festhalten will – Menschen, Gefühle –, vielleicht, um sie später besser zu verstehen.“

Stefanie Rasmussen-Brodersen,