Stefan Block, Reinhold Wuttke, Simone Bremer (v. l.)
© Jürgen Schindler
Freuen sich über die gelungene Restaurierung: Stefan Block, Reinhold Wuttke, Simone Bremer (v. l.)

Restaurierung des Gemeindeshauses

Die Vicelingemeinde in Neumünster erhält ein lichtes Foyer und ein Gemeindebüro an der Kirche.

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"Es kommen deutlich mehr Leute als vorher. Manche schauen auch nur herein, um Hallo zu sagen. Das ist ein schönes Gefühl", findet Sabine Meyer. Die Sekretärin der Ev.-Luth. Vicelingemeinde hat ihren Arbeitsplatz jetzt direkt hinter der Neumünsteraner Innenstadtkirche: im historischen Gemeindehaus, das für 90.000 Euro restauriert worden ist.

Mit der Fertigstellung ist auch das Gemeindebüro umgezogen, vom Mühlenhof hinter die Vicelinkirche am Kleinflecken. "Hier gehört es her und ist ein zentraler Anlaufpunkt für die Menschen", ist sich Pastor Simone Bremer sicher. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Kirche würden sich die Wege deutlich verkürzen.

Architekt Reinhold Wuttke schwärmt indes von der gelungenen, denkmalgerechten Sanierung eines der ältesten Häuser Neumünsters. "Früher führte ein schmaler, dunkler Gang von der Eingangstür zu den Räumen des Gemeindehauses. Jetzt ist ein lichtes Foyer entstanden", erklärt er. Das entspräche auch dem, wie das Gebäude um das Jahr 1789 erbaut wurde. Ursprünglich diente es als Wohnhaus, kam aber schon bald in kirchliche Nutzung. Hier wohnten Pastoren und schließlich auch Propst Heinrich Meifort. "Bei seinem Einzug hat man etwa zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine massive Wand eingezogen, gleich hinter der Eingangstür. Das haben unsere Kernbohrungen bestätigt", führt der Architekt aus. Nach intensiven Beratungen mit den Denkmalbehörden ließ er diese Wand herausreißen. "Jetzt kommt auch die Treppe wieder zur Geltung", freut sich Wuttke. Gestrichen wurde sie in lindgrün, diese Farbe kam bei Arbeiten am alten Mauerwerk zum Vorschein.

Möglich wurde die Sanierung, weil die Küsterwohnung im sogenannten Haus der Begegnung seit rund vier Jahren leer stand. Wo im Wohnzimmer im Erdgeschoss früher der Fernseher flimmerte, tippt heute die Gemeindesekretärin. "Über die freigelegte Treppe gelangt man zu zwei Gästezimmern, für Musiker und Referenten", zeigt Pastorin Bremer. Die hätte man bei Konzerten und Veranstaltungen meist in Hotels oder bei Mitgliedern des Bachchores unterbringen müssen. "Nun haben wir auch das Bad modern renoviert, so dass sie hier bequem übernachten können." Unter dem Dach hat auch ein Amtszimmer der Pastorin seinen Platz gefunden. Eines von zweien, denn das Büro im Pastorat am Mühlenhof bleibt vorerst erhalten. "Mittelfristig denken wir als Kirchengemeinde aber darüber nach, dieses Gebäude zu verkaufen oder zu vermieten", blickt Bremer voraus.

Doch erst einmal freuen sich Pastorin und Architekt über die Restaurierung des Gemeindehauses. Anderthalb Jahre haben die Arbeiten gedauert, nun sind alle eingeladen sich das Ergebnis anzuschauen. Auch der Neumünsteraner Propst Stefan Block gratuliert der Kirchengemeinde herzlich. "Das moderne, neue Büro kann bestimmt von Besucherinnen und Besuchern schneller gefunden werden", glaubt Block.

An weiteren Plänen fehlt es nicht. "Ich träume immer noch davon, dass es einmal ein zentrales Kirchenbüro mit Infopoint und Café für alle Kirchen der Stadt auf dem Großflecken geben wird", sagt Neumünsters leitender Geistlicher. Zwischenzeitlich wollen Pastorin Bremer und Architekt Wuttke den zweiten Bauabschnitt im Haus der Begegnung in Angriff nehmen. Noch einmal 50.000 Euro hat die Vicelingemeinde eingeplant, um weitere Teile des Gebäudes zu renovieren.

Jürgen Schindler,