Wiebke Kollster, Mirjam Kull
© Jürgen Schindler
Den Dank über die Ernte feiern: Andrea Berg alias Wiebke Kollster und Pastorin Mirjam Kull

Schlager, Steckrüben, Gottesdienst

Die Anscharkirche feiert Erntedank mit Schlagerparty, Gottesdienst und Steckrübeneintopf.

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"Du hast mich tausend Mal belogen …", singt Andrea Berg. Die Menschen in den Bänken der Anscharkirche in Neumünster klatschen mit: Die Schlagerparty ist Teil der Planung von Pastorin Mirjam Kull für Erntedank, Sonntag, 2. Oktober, um 14 Uhr.

"Ich wünsche mir, dass die Menschen feiern, sich von der Musik mitreißen und berühren lassen", sagt die Theologin. Und das hat einen tieferen Grund. "Da ist die Dankbarkeit für die Ernte und die Erleichterung, dass sie, trotz der großen Trockenheit, hier in Schleswig-Holstein gut ausgefallen ist."

Weil Schlager viele Menschen miteinander verbinden, hat die Pastorin zu Erntedank Wiebke Kollster engagiert. Sie tritt bereits seit mehr als zehn Jahren als Andrea-Berg-Double auf. "Weil Andrea Berg eine Powerfrau ist, die das Alter mit Pep und Schwung feiert, mit eingängigen Melodien und Texten aus dem Alltag", meint Kollster. In der Kirche ist das für sie eine Premiere. Was jedoch viele nicht wissen: Wiebke Kollster ist bekennende Christin und Laienpredigerin in Großenaspe. "Das ist schon besonders, wenn ich beim Auftritt an Erntedank in der Kirche auch Bezug auf den Schöpfer nehmen darf", meint die Sängerin.

Pastorin Mirjam Kull will an diesem Festtag den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen: "Im Gottesdienst um 9.30 Uhr geht es natürlich darum, Gott für die Ernte zu danken. Der Posaunenchor spielt und wir singen klassische Lieder. Gleichzeitig blicken wir aber auch auf die globale Situation, auf Dürre- und Hungerkatastrophen." Anstelle der Predigt möchte sie ein Gespräch mit Dirk Kock-Rohwer, einem Biolandwirt aus Bönebüttel, führen. Vom Weltladen in Neumünster verliest sie ein Statement, in dem es unter anderem um zerstörte Produktionsketten geht.

Zwischen Gottesdienst und Andrea-Berg-Schlagerparty hat die Pastorin eine Gemeindeversammlung eingeschoben. "Dabei werden sich die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Kirchengemeinderat am 1. Advent vorstellen", erklärt Kull. Anschließend sind alle zum Steckrübeneintopf eingeladen. Darauf freut sie sich schon jetzt: "Ehrenamtliche werden jede Menge Steckrüben schnippeln und zubereiten. Und es wird das erste Mal sein, dass wir nach dem Umbau in der Anscharkirche Suppe essen."

Jürgen Schindler,